Halberstadt l Die "Spanische Flagge", eine geschützte Schmetterlingsart, verzögert den Bau eines Staudamms im Selketal weiter. Dieses gefährdete Insekt ist dort in kleiner Anzahl nachgewiesen worden.

Über den Bau dieses Hochwasserschutzes bei Meisdorf (Harzkreis) wir seit Jahren zwischen dem Land und einer von mehreren Umweltverbänden unterstützten Bürgerinitiative gestritten. Ungeachtet dessen betonte Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) gegenüber der Volksstimme, das Land halte an seinen Planungen fest.

Im Selketal sollen zwei Staudämme errichtet werden. Diese als Hochwasserrückhaltebecken bezeichneten Bauwerke sind bei Harzgerode und in Meisdorf geplant - nachdem es 1994 im Selketal ein schweres Hochwasser gegeben hatte. Der Harzfluss Selke fließt nördlich von Quedlinburg in die Bode, diese mündet in die Saale. Für den Harzgeröder Hochwasserdamm ist Ende 2013 beim Landesverwaltungsamt der Antrag auf das sogenannte Planfeststellungsverfahren gestellt worden, informierte Burkhard Henning als Chef des Landes-Hochwasserschutzbetriebes. Wann das für den Staudamm bei Meisdorf geplant ist, könne er nicht sagen, so Henning.

"An einem Rückhaltebecken bei Meisdorf führt kein Weg vorbei." - Burkhard Henning, Direktor des Landes-Hochwasserbetriebes

Allerdings hätten die Planer bis zu zehn verschiedene Varianten für einen effektiven Hochwasserschutz erarbeitet, der im Einklang mit den strengen Vorgaben des Naturschutzes sei. An einem Rückhaltebecken, bekräftigte Henning, führe dennoch kein Weg vorbei.

Das sei auch der Wunsch der Kommunalpolitiker vor Ort, erklärte Aeikens nach einem Treffen mit Harzer Bürgermeistern im Landratsamt. Obwohl der Harz im Vorjahr nur wenige Hochwasserschäden zu beklagen hatte, sei der Schutz vor den Fluten von Ilse, Bode, Holtemme und Selke sowie am Großen Graben ein wichtiges Thema. Das Land habe seit 2002 im Harzkreis rund elf Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Bis 2020 sind 24weitere Bauprojekte geplant, kündigte der CDU-Politiker an.

Übrigens: Wegen der "Spanischen Flagge" sind am künftigen Meisdorfer Staudamm zusätzliche "Vermeidungs-, Minimierungs- und Kompensationsvorhaben" notwendig.