Sorge l Zu einer besonderen grenzübergreifenden Zusammenarbeit haben sich der kleine Ort Sorge an der Bode in der Stadt Oberharz am Brocken und die bayerische Metropole Ingolstadt an der Donau gefunden. Der unmittelbar an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze liegende Harzort ist Thema einer sechs Räume umfassenden Sonderausstellung im Stadtmuseum Ingolstadt. Ihr Titel: "Sorge, ein Dorf mitten in Deutschland - Grenzerfahrungen".

Initiiert hat die Ausstellung vor über einem Jahr Dr. Friedrich Vogel. Der Vorsitzende der Gesellschaft für Internationale Kontakte e.V. hat familiäre Wurzeln in Sorge, lebt heute in Bayern und sorgt sei Jahren in dem Harzort für kulturelle Attraktionen. Im Zusammenwirken mit dem Verein Grenzmuseum Sorge und dem Heimatverein Benneckenstein steht die Eröffnung der Ausstellung für den 23. Februar an.

Die Präsentation des einst preußischen Dorfes Sorge samt Harzregion im Herzen Bayerns soll Einblicke geben in Sorges 800-jährige Geschichte unter besonderer Berücksichtigung seiner "ewigen" Grenzlage. So wird schon der Name des auf eine 1224 gegründete Hütte zur Verarbeitung von Erzen zurückgehenden Ortes als Zarge, Türpfosten, gedeutet, was auf eine Grenzlage hinweisen soll. Das Kloster Walkenried in Niedersachsen hatte um 1224 zur Gründung einer Hütte am Brunnenbach im Niedervogelsfelde geführt, aus der später auch das Dorf Sorge hervorging. Die Eisenverhüttung hat über Jahrhunderte die Entwicklung des Dorfes bestimmt und wird ein Thema der Ausstellung in Ingolstadt sein.

Weitere Themen betreffen das Leben und Arbeiten in Alt-Sorge sowie die historischen Bindungen des Hüttenortes zu Benneckenstein. Ein Raum ist der DDR- und Sperrzonenzeit gewidmet. Das Ende des Rundgangs bildet ein Überblick über die aktuellen touristischen Angebote in der Harzregion. Der Nationalpark Harz stellt sich ebenso in der Donaustadt vor wie der Landschaftspflegeverband Harz.

Ziel der Präsentation ist es, so die Organisatoren, Grenzen überwinden zu helfen. Brücken zu schlagen zwischen Sorge und Ingolstadt, wie Dr. Vogel sagt, und Begegnungen zu ermöglichen zwischen Menschen aus dem Harz und aus Oberbayern.

Zur Eröffnung kommen als Ehrengäste Landrat Martin Skiebe (CDU) und weitere Vertreter des Landkreises Harz sowie Bürgermeister Frank Damsch (SPD) und Alt-Landrat Dr. Michael Ermrich. Die Schirmherrschaft hat Ingolstadts Altoberbürgermeister Peter Schnell inne. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Streichquartett des Philharmonischen Orchesters München.

Zu sehen sein wird die Ausstellung bis zum 1. Mai 2014 im Ingolstädter Stadtmuseum, An der Schanz 45. Für den 22. März ist im Museumsfestsaal ein Harzer Folkloreabend unter dem Motto "Harzer Jodler und Köhlerei" vorgesehen. Im September kommt es zu einem Schüleraustausch in Verbindung mit dem Landschulheim "Dreiländereck" in Benneckenstein. Parallel zur Ausstellung entsteht ein 150-seitiges Begleitbuch.