Magdeburg l So wie der Magdeburger Ladenbesitzerin Marion Rudloff in ihrem Spätshop am Hasselbachplatz geht es im Moment vielen Geschäftsleuten. Sie erzählt: "Vor einigen Tagen bestellte abends ein Mann eine Flasche Rum und legte einen 20-Euro-Schein auf den Tisch. Mein Sohn ahnte zwar, dass mit dem Schein etwas nicht stimmte, weil er sich komisch anfühlte. Doch der Besucher hatte es plötzlich eilig und verschwand."

Die Frau bleibt nun auf ihrem Schaden sitzen. Denn: Weitergeben darf sie die Blüte nicht und die Polizei kassiert den Schein ersatzlos ein.

Teilweise geraten so auch unbescholtene Bürger ins Visier der Polizei. Sie legen unwissentlich Falschgeld zum Bezahlen vor, das ihnen selbst woanders unbemerkt untergeschoben wurde. Die Polizei warnt deshalb aktuell insbesondere vor falschen Zwanzigern. Sie wurden in Magdeburg und im Salzlandkreis sowie in den vergangenen Wochen vereinzelt in der Harzregion und der Börde entdeckt. In 86 Prozent der Fälle werden sie erst durch Sicherheitsunternehmen und Banken entdeckt, so dass sich für die Polizei keine Ermittlungsansätze ergeben.

Marc Becher, Sprecher der Polizeidirektion Nord: "Wir gehen davon aus, dass von durchreisenden Banden gerade ein größerer Schwung in der Region Magdeburg in Umlauf gebracht wurde." Zumeist handele es sich um professionelle Druck- oder Farbkopiefälschungen, die größtenteils im Ausland hergestellt werden, so Andreas Koß vom Landeskriminalamt. Osteuropa und Italien stehen als Ursprungsländer im Blickpunkt. Fälscherwerkstätten in Sachsen-Anhalt seien bisher nicht bekannt.

Der entstandene Schaden durch Falschgeld ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Nach Angaben des LKA hatten die Euro-Falschnoten einen Gesamtwert von rund 28.500 Euro. 2012 waren es etwa 25.500 Euro. In Sachsen-Anhalt kommen derzeit auf 10.000 Einwohner zwei Falschgeldnoten, bundesweit sind es sechs pro Jahr.