Laserpointer und der Missbrauch

Der Laserpointer ist ein Lichtzeiger für Präsentationen. Marktübliche Bürogeräte haben eine Leistung bis zu einem Milliwatt (Klasse 1 und 2) und gelten als ungefährlich. Die Leistungen der Klassen 3 und 4 liegen um das Vielfache höher. In Deutschland ist der Besitz von einem Laserpointer erlaubt, aber nur bis Klasse 2 frei verkäuflich.

Blendungen von Piloten auf dem Flughafen Halle/Leipzig: 20 (2012), 21 (2013); bundesweit 540 (2013)

Attacken auf Lokführer im Land: 2011 in Roitzsch (Anhalt-Bitterfeld), 2012 in Oebisfelde (Börde), 2013 Schönhausen (LK Stendal); 2014 Magdeburg fünf in 2013 in Mitteldeutschland

Magdeburg l Es ist kurz vor Mitternacht, als den Regional-Express nach Halle beim Ausfahren aus dem Bahnhof Magdeburg-Buckau ein Laserstrahl trifft. Der 54-jährige Lokführer wird vom grellen Punkt so geblendet, dass er nur noch mit verminderter Geschwindigkeit die Fahrt fortsetzen kann. Am nächsten Bahnhof bricht er seinen Dienst ab. Den Ermittlern der Bundespolizei sagt er später, dass die Schmerzen stechend wie bei einem Sandkorn im Auge waren. Er kann sich aber genau an das Fenster des Mehrfamilienhauses erinnern, aus dem der Strahl kam.

Die Polizisten erwirken am nächsten Morgen einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung. Sie treffen zwei 18-Jährige an, die alles zugeben. Auch der Laserpointer der "Klasse 3b" wird sichergestellt. Die Jugendlichen müssen sich nun wegen Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr verantworten. "Bei solchen Straftaten drohen im Einzelfall sogar Haftstrafen bis zu zehn Jahren", so Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten.

Dr. Sven Walter, Leitender Oberarzt der Universitätsaugenklinik Magdeburg: "Richtig gefährlich sind Lasergeräte der Klasse 3 und höher. Da sind bleibende Schäden an der Netzhaut möglich." Vor allem nachts, wenn das Auge konzentriert arbeite, sei das Verletzungsrisiko besonders hoch.

Für die Polizei ist die Blendattacke kein Einzelfall. "Es ist die vierte seit 2011 in Sachsen-Anhalt", erklärt Romy Gürtler von der Bundespolizei. In Mitteldeutschland gab es 13 solcher Angriffe.

Auch die Piloten am Flughafen Halle/Leipzig berichten immer häufiger über gefährliche Blendungen vor allem bei Landeanflügen. "Im Jahr 2013 gab es 21 Angriffe. Nicht alles wird uns aber gemeldet", so Axel Raab von der Deutschen Flugsicherung.

Erst am 11. Januar war in Schkeuditz auf der A14 ein Lastwagenfahrer derart von einem Laserstrahl geblendet worden, dass er für einige Stunden Probleme beim Sehen hatte.

Bilder