Schönhausen l Nach monatelangem Warten auf die Freigabe der Wiederaufbauhilfe nach der Flut feierte der Schönhauser Traditionsbetrieb Thermoplast gestern Richtfest. Das Fischbecker Deichbruchwasser hatte Totalschaden angerichtet. Jetzt, knapp zehn Monate nach der Katastrophe, blickt Geschäftsführer Aribert Meißner optimistisch in die Zukunft. Am 26. Juni soll die Halle fertig sein. Dann werden auch die vier neuen Maschinen geliefert, an denen Wickelhülsen aus Plast für Kunden in ganz Deutschland und auch Europa produziert werden.

"Mit den neuen Maschinen können wir die Produktion verdoppeln - wenn wir entsprechende Abnehmer finden." Zunächst aber hofft Aribert Meißner erst einmal, dass alle bisherigen Abnehmer wie versprochen weiterhin ihre Kunden bleiben. Von der EU hätte er sich eine schnellere Bereitstellung der Wiederaufbauhilfe gewünscht, erst am 18. Dezember gab es grünes Licht. "Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt gut vorgearbeitet und waren damit ein Risiko eingegangen. Es hat sich gelohnt", ist er nun erleichtert. Insgesamt neun Millionen Euro werden investiert, für die Gegenfinanzierung der Wiederaufbauhilfe musste der Betrieb tief in die Tasche greifen und Kredite aufnehmen. "Ich und alle zehn Mitarbeiter, die wieder eingestellt werden, sind hochmotiviert. Wenn wir neue Kunden gewinnen, können wir die Produktion sogar noch steigern."

Auch der Abriss der teilweise eingestürzten Thermoplast-Gebäude hat begonnen. Im Elbe-Havel-Land ist gerade das 13. Flut-Haus abgerissen worden.