Halle l Die Mordkommission der Polizeidirektion Süd in Halle hofft nach einem Fahndungsaufruf auf Zeugenhinweise, die zur Aufklärung des Tötungsverbrechens an der 29-jährigen bulgarischen BWL-Studentin Mariya N. in Halle führen könnten. Staatsanwalt Klaus Wiechmann: "Vor allem jetzt zum Start des neuen Semesters und der Rückkehr vieler Studenten hoffen wir noch einmal auf einen Tipp, der uns weiterbringen könnte."

Die junge Frau ist in der Nacht zum Freitag, 7. Februar, dieses Jahres unterhalb der Kunsthochschule Burg Giebichenstein zunächst vergewaltigt, erwürgt und anschließend ins Wasser geworfen worden. Am Nachmittag des Folgetages gegen 13 Uhr entdeckten im Mühlengraben Spaziergänger die Leiche. Zunächst war von den Beamten und einem mit der Leichenschau betrauten Mediziner nicht erkannt worden, dass die junge Frau Opfer eines Verbrechens wurde. Erst bei einer Obduktion vier Tage später stellten Rechtsmediziner in Halle den gewaltsamen Tod der Frau fest. Nach Angaben des Staatsanwaltes gebe es bisher aber keine Anhaltspunkte dafür, dass durch den "bedauerlichen Fehler" Beweise verloren gegangen sind.

Insgesamt sind bei den Ermittlern der Mordkommission 1.400 Hinweise eingegangen, der entscheidende war noch nicht dabei. Die Gegend an der Ziegelwiese wird in der Saalestadt vor allem von Joggern und Spaziergängern genutzt. Am vermutlichen Tatort haben die Hallenser Kerzen aufgestellt.

Das letzte Lebenszeichen der Studentin war ein Telefonat am Donnerstagabend. Mit den Handydaten und einer Funkzellenauswertung vom Tattag sollen nun auch weitere mögliche Zeugen gefunden werden. Die Ermittler rufen alle Handybesitzer an, die sich zu der Zeit in diesem Bereich aufgehalten haben. "Wir wissen natürlich, dass der Täter nicht sagen wird, ja sie haben den Richtigen. Aber vielleicht hat jemand ja etwas gesehen, es aber noch nicht gemeldet", so Wiechmann.

Ungeklärt ist der Verbleib von Mariya N.`s Schlüssel. Daran befindet sich ein schwarzes Band und ein lila Stoffhase. Diesen dürfte die junge Frau bei sich gehabt haben, als sie ihre Wohnung verließ.

Hinweise werden unter Telefon (03 45) 224 12 91 erbeten.