Magdeburg l Wer es idyllisch mag und mobil ist, sollte sich im Norden des Landes nach einem Bauplatz umsehen. Im Städtchen Arendsee am gleichnamigen schönen Gewässer kostet der Quadratmeter selbst in guter Lage und voll erschlossen im Mittel nur 23 Euro. Auch im hübsch gelegenen Havelberg ist es unwesentlich teurer.

Das Manko der Abgeschiedenheit dürfte die Region abstreifen, wenn sie in einigen Jahren an die neue Autobahn A14 von Magdeburg nach Schwerin angeschlossen wird.

Die Preise liegen fast überall im Norden unterm Landesdurchschnitt von zirka 49 Euro und sind nichts im Vergleich zum ebenfalls idyllisch gelegenen Wernigerode, wo in der Spitzenlage mehr als 100 Euro für den Quadratmeter verlangt werden.

Baulandpreise liegen unter dem Niveau von vor 15 Jahren


Am teuersten ist es wie seit Jahren in den Großstädten. In Magdeburg müssen Bauherren für mittlere Lagen 105 Euro und für Filetstücke fast das Doppelte für den Quadratmeter hinblättern. In Halle kostet der Quadratmeter in der Spitzenlage 150 Euro. Die Baulandpreise haben im Landesmittel leicht angezogen, liegen aber fünf Prozent unter dem Niveau von vor 15 Jahren.

Die niedrigen Bauzinsen von 2 Prozent (vor 20 Jahren lagen sie bei 8 Prozent!) klingen verlockend; dennoch lösen sie keinen Bauboom aus. Ob Land- oder Hauskauf: Die Zahl der Immobilienverträge ging nach einem kurzen Zwischenhoch im vergangenen Jahr wieder zurück. Immerhin liegt der Umsatz im leichten Plus. "Mehr Klasse als Masse heißt der Trend", kommentiert Bauminister Thomas Webel (CDU) den aktuellen Grundstücksmarktbericht. Gefragt sind vor allem gut ausgestattete Häuser in Innenstädten und in landschaftlich reizvollen Lagen wie im Harz oder in der Weinbauregion an Saale und Unstrut.

Gut zwei Milliarden Euro wurden voriges Jahr für Bauland, Häuser, Gewerbe-Immobilien und Ackerland ausgegeben. 1997 waren es mehr als fünf Milliarden Euro und 2007 immerhin noch 2,8 Milliarden Euro.

Begehrter als Bauland sind fertige Häuser. 7.700 Ein- und Zweifamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser wurden gekauft - Baugrundstücke waren es nicht halb so viele.

Größter Preisanstieg für Häuser am Rande der Großstadt


Richtig schwungvoll war aber allein der Immobilienmarkt im Harz. Die Nachfrage nach einem Häuschen dort stieg gegen den Landestrend an, die Umsätze legten gar um mehr als 30 Prozent zu. Für ein Haus in guter Lage muss man dort 150.000 Euro und mehr kalkulieren. Anders ist die Lage in der Altmark: Dort geht fast die Hälfte der Häuser für weniger als 50.000 Euro weg.

Den größten Preishub erleben Käufer von neuen Einfamilienhäusern (nach 1991 gebaut) am Rand der Großstädte. Dort sind im Mittel 1.471 Euro für den Quadratmeter zu bezahlen - gut 15 Prozent mehr als im Vorjahr. In den Städten selbst liegen die gemittelten Preise bei knapp 1700 Euro. Günstiger wurde es in Kleinstädten (1.060 Euro je Quadratmeter), wo es moderne Einfamilienhäuser schon günstiger gibt als in vielen Dörfern (1.119 Euro/Quadratmeter).

Bei Häusern aus DDR-Zeiten (Baujahre 1949 bis 1990) gibt es einen gegenläufigen Trend: In den Großstädten fallen die Preise, auf dem Lande ziehen sie um gut 10 Prozent an. Altbauten sind hingegen preislich recht stabil, lediglich an Großstadt-Randlagen könnten Schnäppchenjäger Glück haben.

Weitere Informationen im Internet: www.lvermgeo.sachsen-ahalt.de oder direkt beim Landesamt für Vermessung: 0391/567 8585

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