Egeln l Der erste Mann der Egelner Mulde hat privat eine Petition an den Landtag in Magdeburg geschickt. Michael Stöhr beschwert sich darin über das Landesschulamt. Die Behörde hatte kürzlich den Schulentwicklungsplan ausdrücklich bestätigt. Nur die Planungen des Kreistages für das Egelner Gymnasiums nahmen die Beamten des Landesschulamtes von der Bestätigung aus.

Dabei wollten die Kreistagsmitglieder in ihrem Kompromiss den Eltern der Region vor allem Planungssicherheit geben, glaubt Michael Stöhr. Zehn Jahre sollte Egeln als Außenstelle des Staßfurter Gymnasiums weiter bestehen. Genehmigt wurde die Außenstelle nur für ein Jahr. Warum?

Eine Begründung für die Entscheidung sei ihm nicht bekannt, sagt Michael Stöhr. "Für jeden Bescheid, den wir hier rausschicken, müssen wir eine Begründung liefern", wundert sich der Bürgermeister über die Art der Genehmigung des Landesschulamtes. Auf diese Weise könne eine Landesbehörde nicht mit den Bürgern umgehen, ist nicht nur er empört.

Jährlich neue Genehmigung ist Zumutung für Familien

Nur wenige Wochen sammelte er Unterschriften von Bürgern, die seine Petition unterstützen wollen. Die 1099 Unterschriften will er nun nachreichen. "Es werden aber vermutlich noch mehr werden", schätzt er ein. Listen lägen noch aus. "Über 1000 Unterschriften wollte ich schon sammeln. Das war mein Ziel", erklärt er.

Als Familienvater ist er selbst demnächst von der Standortentscheidung des Gymnasiums betroffen. "Wir wollten eine gewisse Sicherheit für einen absehbaren Zeitraum, der länger als ein Jahr ist", sagt er. Eine Genehmigung des Egelner Gymnasiums als Außenstelle immer nur für ein Jahr könne den Familien kaum zugemutet werden, ist er überzeugt.

Bereits mit der fatalen Entscheidung des Landesschulamtes hätten die Absetzbewegungen begonnen, hat er beobachtet. Die Familien schauen sich nach Alternativen um.

Forderung nach Begründungen durch Landesschulamt

Doch im Kern geht es bei der Petition auch um die Frage, was ein Schulträger eigentlich als Träger zu melden hat? Stöhr weiß, wovon er spricht. Er selbst verwaltet in der Verbandsgemeinde mehrere Grundschulen. "Wir bezahlen den Hausmeister und die Schulsekretärin und stellen das Gebäude. Das war\\\'s", schildert er. Auch müsse die Frage gestellt werden, warum ein gewählter Kreistag einen Schulentwicklungsplan beschließt, wenn sich hinterher eine nicht gewählte Behörde dazu negativ äußert und dabei noch das letzte Wort hat. Dann könne das Land doch gleich den Schulentwicklungsplan verabschieden, schlägt er vor.

Zumindest aber will er erreichen, dass mit dem Bürger in Zukunft kommuniziert wird. Entscheidungen des Landesschulamtes sollen begründet werden. Darauf habe der steuerzahlende Bürger wohl noch einen Anspruch, gibt er sich kämpferisch.

Nun liegt der Ball beim Landtag, wartet er auf eine Reaktion des Petitionsausschusses. Zumindest eine Vorgangsnummer hat sein Begehren schon erhalten.