Chicago | Eltern wissen, dass das Essen mit Kindern sie jeden Tag vor Herausforderungen stellt, mit denen das Leben an sich glücklicherweise sparsamer ist. Die Aufnahme von Nahrungsmitteln ist für Kinder eher eine beiläufige Angelegenheit. Vordergründig reizen die verschiedenen Substanzen auf dem Teller zu kreativem Spiel, Machtspiel und Juchterei.

Die Hinführung der kreativen Chaoten zur gesitteten Nahrungsaufnahme beschäftigt natürlich auch die Forschung. So warnt Professor Brian Wansink, der in den USA als "Erziehungspapst" gilt, vor Nahrungsmitteln wie Hähnchenkeulen oder Maiskolben. Alles, was abgebissen werden muss, macht Kinder aggressiver. Professor Ayelet Fishbach aus Chicago rät, vor Kindern Möhrchen oder Salat niemals als gesund zu preisen. Die Kleinen vermuten sofort, dass das Zeug nicht schmeckt und verweigern heftiger.

Subtile Tricks gehen von Generation zu Generation. Ein Klassiker: Kinder agieren nicht rational, sondern tun Dinge für liebe Menschen. "Ein Löffel für Omi, ein Löffel für Papi ..." Ein Trick, der verblüffend gut funktioniert. Aber nur einmal. Schnell durchschauen Kinder, dass Papi eigennützige Interessen verfolgt.

Die meisten Eltern jedoch machen gute Erfahrungen mit einer vom Buddhismus inspirierten Haltung. "Lass los! Nimm Abschied!", lautet das Mantra. Vom makellosen Altrosa der Wände, von den sauberen Sitzbezügen der Biedermeierstühle, von Candlelight und guten Gesprächen. Sei ein nachgiebiger Bambus, der immer wieder Möhrchen reicht und Kartoffelbrei aus Teppichen kratzt.