Magdeburg (dpa) | Wachsende Wartelisten, stagnierende Spendenzahlen: Wer in Sachsen-Anhalt auf eine Niere, Leber oder ein Herz wartet, muss sich noch mehr gedulden als bislang. In den ersten vier Monaten dieses Jahres zählte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in Sachsen-Anhalt 31 Transplantationen. Das sind in etwa genauso viele wie im Jahr zuvor, teilte die DSO mit. 431 Menschen im Land warten auf eine Organspende, 24 mehr als im Vorjahr.

Am kommenden Samstag (7. Juni) ist der Tag der Organspende. Bundesweit möchten dann Prominente, Politiker und Mediziner zur Organspende aufrufen und darüber informieren.

DSO-Sprecherin Christine Gehringer sagte: "Eine Ursache für den Einbruch der Zahlen sehen wir nach wie vor in den Manipulationen an der Warteliste im Jahr 2012." Daraus seien Verunsicherungen in der Bevölkerung und in den Krankenhäusern entstanden.

Im Jahr 2013 wurden in Sachsen-Anhalt laut DSO insgesamt 89 Organe gespendet – 49 Nieren, 22 Lebern, 9 Herzen, 8 Lungen und eine Bauchspeicheldrüse. Die Organe wurden in den beiden Transplantationszentren im Land, in den Unikliniken Halle und Magdeburg, von gestorbenen Spendern entnommen und später schwer kranken Empfängern in Deutschland oder im Ausland übertragen.

Bundesweit sank die Zahl der Spender 2013 im Vergleich zu 2012 um rund 16 Prozent auf 876 – das ist der niedrigste Wert seit der Verabschiedung des Transplantationsgesetzes 1997. Die Zahl der gespendeten Organe sank um 13,6 Prozent auf 3034. Die DSO sprach von einer erschütternden Jahresbilanz. Laut DSO hoffen in Deutschland etwa 11 000 Menschen auf ein Spenderorgan.

Besonders häufig warten Betroffene auf eine neue Niere, wie die Techniker Krankenkasse unter Berufung auf die Stiftung Eurotransplant mitteilte. In Sachsen-Anhalt benötigten 291 Patienten dieses Organ. Fünf davon seien noch keine 18 Jahre alt. Insgesamt stünden 93 Sachsen-Anhalter für eine Lebertransplantation auf der Warteliste, weitere 36 für ein neues Herz.