Magdeburg (dpa) l Sie galten mit ihren dunklen "Hu, hu"-Rufen als Boten des Bösen, tote Uhus wurden aus Aberglauben an Scheunen genagelt: Kein Wunder, dass die großen Eulen in Sachsen-Anhalt lange als ausgestorben galten. Doch seit einiger Zeit nimmt der Bestand an Uhus langsam und stetig wieder zu.

Jüngsten Zahlen zufolge wurden zuletzt 32 Brut- und Revierpaare gemeldet, wie aus dem in diesem Jahr veröffentlichten Vogelmonitoring 2012 des Ornithologenverbandes Sachsen-Anhalt hervorgeht. Dies sind den Angaben zufolge sieben Paare mehr als im Vorjahr.

Motorräder und Reiter werden zum Risiko

"Der Uhu war lange aus Sachsen-Anhalt verschwunden", berichtete Michael Wundik vom Naturschutzbund des Landes. Doch seit ein paar Jahren wird die große Eule vor allem im Harz wieder heimisch. Dort wurden unter anderem auch Zuwanderer aus Schleswig-Holstein registriert. "Vor der Wende hatte es im Westharz bereits Versuche zur Wiederansiedlung des Uhus gegeben, einige Tiere wurden auch im Ostharz gesichtet", erklärte er. Einen stabilen Bestand habe es aber nicht gegeben.

Und auch heute sind die großen Eulen, die sehr empfindlich auf Störungen reagieren, in Bedrängnis: "Wenn zum Beispiel in Steinbrüchen illegal gegrillt wird oder in stillgelegten Tagebauen Motocross-Fahrer unterwegs sind, können die Tiere davon verscheucht werden."