Der Handel mit Cannabis brummt

In Sachsen-Anhalt wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Cannabis-Plantagen entdeckt. Die bislang größte Anlage hoben Polizeibeamte 2009 in Atzendorf (Salzlandkreis) aus. Hier standen 5400 Pflanzen.

2013 registrierte die Polizei im Land insgesamt 18 sogenannte Indoor-Anlagen sowie sechs Outdoor-Anlagen. In diesen Anlagen konnten die Beamten insgesamt 4595 Pflanzen sicherstellen.

Die Cannabisprodukte Haschisch und Marihuana werden häufig aus den Niederlanden nach Deutschland illegal eingeführt. Als Herkunftsort für Haschisch konnte in einigen Fällen Marokko ermittelt werden.

DerAnbau von Cannabis in Deutschland ist ein lukratives Geschäft. Haben sich Kauf von Liegenschaft und Geräten amortisiert, erhöht sich die Gewinnspanne auf 95 Prozent. Aus 1000 Pflanzen können 80.000 Joints gedreht werden.

Magdeburg/Hannover (dpa/rr/ad/st) l Großeinsatz zur Mittagsstunde: 180 Beamte haben am Mittwoch das Gelände eines Asia-Marktes im Magdeburger Süden durchsucht. Mehr als zehn Kilogramm Marihuana, versteckt in Plastiksäcken, fanden die Ermittler. Der Straßenverkaufswert soll um die 90.000 Euro betragen (Marktwert: 40.000 Euro).

Bei der Aktion handelte es sich um ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Stendal. Die Ermittlungen sollen bereits seit einem Jahr laufen. Am 11. Juni gab es bereits Durchsuchungen in Schönebeck, Wolmirstedt, Wolmirsleben und Tangerhütte. In Wolmirsleben wurden 3.200 Pflanzen, die zum Teil schon abgeerntet waren, entdeckt. Geschätzter Straßenverkaufswert: eine Million Euro.

Damals wurden sechs Vietnamesen festgenommen, die sich immer noch in Untersuchungshaft befinden. Es wird vermutet, dass ein Teil der abgeernteten Pflanzen nach Magdeburg geschafft wurde. Nach Informationen der Volksstimme sollen sich die Ermittlungen in diesem Verfahren gegen mehrere vietnamesische Familien richten. "Das ist ein empfindlicher Schlag gegen die Betäubungsmittelkriminaliät", sagte LKA-Sprecher Andreas von Koß der Volksstimme. Mit den Funden in Wolmirsleben und Magdeburg habe man so viel sichergestellt wie im gesamten Jahr 2011.

Davon unabhängig hat die Polizeidirektion Nord bereits am Dienstag mit einer groß angelegten Aktion mit 100 Beamten vier Indoor-Plantagen in älteren Bauernhöfen in Gommern, Gardelegen und Klötze durchsucht. Insgesamt wurden rund 1.000 Cannabispflanzen, sieben Kilogramm getrocknete Cannabisblüten, mehrere tausend Euro Bargeld und Ausrüstung zum Betreiben solcher Anlagen beschlagnahmt. Die drei mutmaßlichen Betreiber sitzen bereits in der JVA Burg in Untersuchungshaft. Auch in Gerbstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) hat die Polizei gestern eine Cannabis-Plantage entdeckt. Auf die Spur der Drogenhändler waren die Fahnder über zwei führende Verkäufer von Aufzuchttechnik aus Hannover gekommen. Deren Kundenliste wies Dutzende Einträge aus dem ganzen Bundesgebiet aus.

Insgesamt wurden bei der Razzia am Dienstag in sechs Bundesländern 66 Gebäude durchsucht. Der Schwerpunkt lag mit 42 Durchsuchungen in der Region Hannover, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Hannover mitteilten. Drei Männer im Alter von 31, 35 und 48 Jahren sollten dem Haftrichter vorgeführt werden. Insgesamt wurden 15 Indoor-Plantagen entdeckt und rund neun Kilogramm Cannabis sichergestellt.

Schwerpunkte der Polizeiaktion waren Hannover, der Raum Hameln, Köln und Sachsen-Anhalt. Die größte, professionell betriebene Plantage mit 987 Pflanzen entdeckten die Fahnder im Raum Hameln. Die Ermittlungen gegen die Betreiber der Plantagen sowie mehrere Mitarbeiter der "Grow-Shops" in Hannover dauern an.

Den beiden Anbietern wird durch den Handel über das Internet sowie über Ladengeschäfte eine bundesweit herausragende Stellung zugerechnet. Die Firmen sollen nicht nur technisches Equipment für die Aufzucht von Marihuana und für Indoor-Plantagen verkauft haben, sondern Mitarbeiter sollen auch beratend tätig geworden sein und Hilfestellung bei der Anzucht von Marihuana gegeben haben.

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