Weil der Vermieter, die Raks AG aus Frankfurt/Main, die Forderungen der Stadtwerke Stendal bis Ende Juni nicht beglichen hat, haben diese ihre Ankündigung wahrgemacht und am Dienstag für das Wohngebiet Stendal-Süd die Trinkwasserversorgung unterbrochen. Die gut 200 Mieter müssen nun vier Notentnahmestellen nutzen. Seit Monaten hat der Vermieter die offenen Rechnungen nicht bezahlt.

"Für Energie, Wasser und Abwasser betragen die Rückstände allein bei uns knapp 150 .000 Euro", sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Bräuer auf Nachfrage der Volksstimme. Dass gestern die Trinkwasserversorgung unterbrochen wurde, "ist zwar bedauerlich für die Mieter, aber wir als Stadtwerke haben keine andere Möglichkeit gesehen". Denn die gesetzte Frist, bis zum 30. Juni die offenen Rechnungen zu begleichen, habe die Raks AG verstreichen lassen, "wie nicht anders erwartet", sagte Bräuer. Die vor Wochen angekündigten Zahlungen seien nicht eingegangen. Das Trinkwasser bleibt unterbrochen, "bis sich etwas tut", erklärte der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Nachdem schon Anfang April Warmwasser und Fernwärme und dann Mitte Mai der Allgemeinstrom, der unter anderem für das Treppenlicht sorgt und für die Klingeln benötigt wird, abgestellt wurden, gibt es nun in den Wohnungen direkt auch kein Trinkwasser mehr. Die Stadtwerke haben an vier Stellen, direkt an den Blöcken, Notentnahmen installiert.

In den vergangenen Wochen sind schon einigen Mieter weggezogen. Gab es im Mai noch etwa 250 Mieter, so sprach Sandra Slusarek gestern von "etwa 215 Einwohnern".
Für die, die das Wohngebiet verlassen möchten, gibt es Hilfe. Ende Mai fand im Sozialkaufhaus in Süd ein Sprechtag statt, mit Großvermietern aus Stendal, Jobcenter und Sozialpsychiatrischem Dienst. Für Mittwoch ist ein zweiter Sprechtag geplant.