Feuerwehrzufahrt und somit auch eine öffentliche Pflicht oder nicht? Camillo Krause aus Sommerschenburg hadert in der Frage mit dem Bauamt der Oberen Aller. Es geht um ein kleines, zu eng geratenes Wegstück an der Magdeburger Siedlung.

Sommerschenburg l Drei Meter seien zu wenig - erst recht für eine Feuerwehrzufahrt - und so auch nicht geplant gewesen, sagt Camillo Krause mit Blick auf den Abzweig vor seiner Haustür an der Magdeburger Siedlung in Sommerschenburg. Der 50-Jährige hatte hier 1997 gebaut - mittlerweile "auf der Ecke", denn auch die Handvoll Grundstücke dahinter ist mit Eigenheimen bebaut. Dorthin führt eine Stichstraße, ein Privatweg, der nicht öffentlich gewidmet ist. Als vor zehn Jahren die "Hauptstraße" saniert sowie die Gehwege und Auffahrten erneuert wurden, begann der Ärger.

"Das Problem ist die Zufahrt", sagt Krause, "die ist zu eng bemessen, der Kurvenradius zu spitz, sie sollte ursprünglich auch vier Meter betragen, Das wurde mir so gesagt, weil es hieß, dies sei eine Feuerwehrzufahrt. Jetzt wird das bestritten." Krause vermutet, dass diese Information möglicherweise durch die Strukturwechsel in der Kommunalverwaltung verloren gegangen ist. Nach der jüngsten "schroffen" Zurückweisung im Bauamt wandte sich Krause an die Volksstimme: "Ein bisschen guter Wille wäre schön, und dass sich die Verantwortlichen das wenigstens mal anschauen." Er wolle sein Grundstück demnächst etwas umgestalten, einen Zaun setzen und seinen Anteil am Privatweg auf acht Metern bis zur Garage pflastern. "Da bietet es sich doch an, dass vom Bauamt im selben Zuge die versäumte Verbreiterung veranlasst wird", so Krauses Gedanke. "Es handelt sich dabei lediglich um drei oder vier Quadratmeter." Eine trichterförmige Erweiterung würde seiner Ansicht nach vollkommen ausreichen. So würde auch die unbefriedigende Situation mit dem Findling ein Ende finden. "Der wurde zwar auf meinen Wunsch hin von der Verwaltung hier als Grenzmarkierung hingelegt, aber der Stein ist viel zu klein, er wird übersehen, oft angefahren und verschoben."

Die Verwaltung sieht jedoch kein Versäumnis, da es sich eben nicht um eine Feuerwehrzufahrt im offiziellen Sinne handele. "Es war immer nur als Grundstückseinfahrt deklariert - und solche sind standardmäßig drei Meter breit", bestätigt Verwaltungsleiter Frank Frenkel nach Akteneinsicht die Rechtsauffassung des Bauamts. Der Begriff Feuerwehrzufahrt, vermutet er, sei womöglich dadurch aufgekommen, dass wenn Bau- und Lieferfahrzeuge den Weg befahren können, dort auch ein Feuerwehrauto durchkomme.

Frenkel ist dennoch um eine Lösung bemüht: "Mein Vorschlag ist jetzt, dass Herr Krause über die Gemeinde als verantwortliche Straßenbaulastträgerin einen entsprechenden Antrag bei uns stellt. Der müsste vom Sommersdorfer Gemeinderat abgesegnet werden, wir würden uns dann gewiss nicht querstellen." Auch Bürgermeister Peter Müller gibt auf Nachfrage positive Signale: "Das Problem war mir bislang leider überhaupt nicht bekannt, Herr Krause hätte sich in der Sache einfach bei mir oder einem Ratsmitglied melden können. Wenn er das jetzt tut, schauen wir uns das gern an."