Bislang sind sie für Fluggesellschaften in Europa tabu - kinderfreie Zonen in Flugzeugen. Zu groß ist die Sorge, der Diskriminierung bezichtigt zu werden. Also gibt es Malbücher, Wasserbälle und Plüschtiere für die kleinen Fluggäste. Die revanchieren sich für diese Nettigkeiten zuweilen auf eine recht eigene Art: mit lautem Geschrei. Beim Start, bei der Landung - und auch zwischendurch.

Nun ist es in der Regel nicht so, dass Kinder das machen, um andere zu ärgern. Aber es ist schon so, dass nicht jeder nerviges Kindergeschrei erträgt. Und so bricht jetzt das norwegische Start-up "Viking International Airlines" das ungeschriebene Kinder-dürfen-überall-an-Bord-brüllen-Gesetz. Die Fluglinie bietet ab Herbst eine Familien- und eine Seniorenklasse an. So werden Eltern mit kleinen Kindern von Ruhe suchenden Reisenden getrennt. Die Seniorenklasse hat intern bereits einen Spitznamen weg: "Old Grumpy Class", zu deutsch: Alte-Griesgram-Klasse.

Laut Umfragen ist es tatsächlich so, dass unruhiger Nachwuchs zu den drei größten Ärgernissen bei Flugreisen gehört. Die anderen sind, Sie ahnen es schon, alkoholisierte und verschwitzte Passagiere. Dagegen war das andere Problemchen ja geradezu kinderleicht zu lösen.Michael Bock