Neu-Delhi wird seit Jahren von einer Affenplage heimgesucht. Sie werden zwar immer wieder eingefangen und in einen nahegelegenen Naturpark gebracht, doch gibt es in der Stadt einfach mehr zu fressen.

Auf der Suche nach Nahrung kommen Rhesusaffen in Wohngebiete der indischen Hauptstadt, stehlen Essen aus der Küche, demolieren die Einrichtung und erschrecken Anwohner im Treppenhaus. Die Tiere dringen aber auch in Büros der Regierung ein und zerfleddern Akten. Wenn in einem Ministerium jemand Unterlagen nicht finden kann, heißt es bereits: Die haben die Affen gestohlen.

Um der Affenplage Herr zu werden, wurden bisher zahme Languren, also größere Affen, an den Ministerien eingesetzt, die die kleineren wilden Artgenossen vertrieben. Doch diese Praxis ist wegen des verschärften Tierschutzes nicht mehr möglich. Also greift die Stadt auf die größeren Artgenossen zurück.

Neuerdings bewegen sich Menschen wie Jagdaffen durch das Regierungsviertel. 40 ausgebildete Männer sind als Languren-Attrappen unterwegs, von der Stadtverwaltung Delhis offiziell angestellt. Wie Zeitungen berichten, springen die jungen Männer hinter Büschen hervor und kreischen wie Languren. Das funktioniere.(dpa/vs)