Magdeburg l Seit Montag gibt es auf dem Ring in Magdeburg zwischen Albert-Vater-Straße und Pfahlberg den großen Baustau. In den kommenden Monaten geht es nur einspurig voran (Volksstimme berichtete). Gefrustete Autofahrer sind die Folge. Das Tiefbauamt Magdeburg setzt daher ab sofort auf Psychologie beim Kampf gegen Stau-Frust! Baustellen-Smileys sollen bei der Fahrt durch das Nadelöhr helfen.

Die tiefenpsychologische Schmunzel-Offensive findet in Magdeburg zum ersten Mal statt. Wie die Volksstimme erfahren hat, waren die Schilder Teil der Ausschreibung des Tiefbauamtes. Amtsleiter Thorsten Gebhardt brachte die Idee von einer Reise aus einem anderen Bundesland mit. Gebhardt war so begeistert, dass er auch in Magdeburg so die gestressten Seelen der Autofahrer massieren wollte.

Nun gibt es am Ring gleich drei verschiedene Smileys: ein trauriger roter - da sind es noch vier Kilometer; ein gleichgültiger gelber - da sind es noch zwei Kilometer und ein grüner am Ende. "Das war´s auch schon", steht da. Die Straße wird wieder zweispurig.

Die locker-flockige Baustellen-Psychologie kommt wahrscheinlich aus der Schweiz. Dort hatten vor mehr als zehn Jahren Tiefbaufirmen damit begonnen. Dann zogen Unternehmen in Österreich nach. Schließlich landete der Trend aus dem Schilderwald auch in Deutschland. Zuletzt hatte Sachsen mit derlei Sachen experimentiert. Dort startete man das Projekt "Baustellen-Smileys" an der A13, Anschlussstelle Thiendorf. Wer die 7,2 Kilometer lange Strecke öfter fahren musste, dem verging das Lachen allerdings relativ schnell.

Reaktionen, wie Magdeburger Autofahrer die Aktion finden, gibt es noch nicht. Doch dafür dürfte noch genug Zeit bleiben. Die Bauplaner hoffen, dass die Ring-Arbeiten bis November abgeschlossen sind. Wird die Zeitlinie gerissen, würde der Spruch auf dem letzten Schild ("Das war´s auch schon") dann eine leicht zynische Note bekommen.

 

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