Magdeburg (ri) l Wer einmal ein Otto war, der bleibt es oft - mit Leib und Seele, auch wenn er seiner Heimatstadt für eine gewisse Zeit den Rücken kehrt. In der Serie von Volksstimme und Stadtmarketingverein ProM erzählen Magdeburger, warum sie zurückgekommen sind. Heute: Phillipp Müller.

"Ich komme aus Magdeburg und sage das mit Überzeugung", erklärt Phillipp Müller bestimmt. Mit 26 Jahren ist der gebürtige Magdeburger Begründer und Geschäftsführer der Firma "Motion Drive". Diese vermietet Supersportwagen, veranstaltet Rennstrecken- und Drift-Events mit diesen dynamischen Fahrzeugen und bietet geführte Sportwagentouren an. "Also eigentlich alles an Erlebnissen, was man mit dem Supersportwagen, vom klassischen Porsche über Ferrari bis hin zum exotischen Lamborghini Gallardo erleben kann."

Bereits als Kind liebte er es, Kart-Rennen zu fahren. Mit der Gründung von Motion Drive hat der Hobby-Rennfahrer seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: "Die Idee kam aus Liebe zum Automobil. Außerdem wollte ich von vornherein mein eigener Chef sein. So habe ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden, sprich schöne Autos mit einer Geschäftsidee, die es in Magdeburg noch gar nicht gab", schwärmt Phillipp Müller. Alles begann vor fünf Jahren in Magdeburg. Hier kaufte der damalige Maschinenbau-Student einen alten Porsche: "In Feierabendarbeit habe ich ihn mit meinen Freunden restauriert. Es war auch unser erstes Fahrzeug, das wir vermietet haben." Doch wollte er es nicht bei einem Mann und diesem Auto belassen.

Dazu zog er 2013 nach München, baute einen zweiten Standort auf und knüpfte viele Kontakte. In der bayrischen Metropole wollte er Fuß fassen, merkte jedoch bald, dass es dort zu teuer wurde. Sogar anfängliches Misstrauen begegnete dem Magdeburger. "Die Leute waren erst mal skeptisch, wenn ich sagte, ich komme aus Magdeburg", erzählt der junge Mann. "Schließlich habe ich ihnen Magdeburg beschrieben und ein bisschen Werbung für die Stadt gemacht. Dann waren die Menschen ziemlich überrascht."

Magdeburgs Vorzüge und die eigene Heimatverbundenheit ließen den Jungunternehmer bald zurückkehren. Magdeburg ist nun Hauptsitz der Firma: "Die Standortbedingungen sind super", erzählt er. Sein wichtigstes Argument für Magdeburg: "Wir erhalten viele Initiativbewerbungen von Absolventen." Daher ist Müller fest überzeugt: "Das Schlimmste, was man in Magdeburg tun kann, sind die Hochschulbedingungen zu verschlechtern. Studenten beleben die Stadt und bereichern die angesiedelten Unternehmen."

Und noch eine Sache wünscht sich der Magdeburger für seine Stadt: "Die Menschen hier könnten noch ein bisschen offener und aufgeschlossener gegenüber Neuem sein." Doch Magdeburg zu verlassen, kommt für ihn und seine Mitarbeiter nicht mehr infrage. "Wir bleiben definitiv in Magdeburg. Ob wir in Stuttgart, Berlin oder München unterwegs sind - alle Fahrzeuge haben das ,MD-Kennzeichen`. Und das wird auch so bleiben."

Morgen: Sandra Sambleben

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