Letzlingen (dpa) | Dutzende Bundeswehrgegner haben am Samstag auf und rund um den Truppenübungsplatz Altmark gegen Kriegseinsätze demonstriert. Rund 50 Menschen betraten das Militärgelände nördlich von Magdeburg, einige von ihnen bauten Zelte auf, wie ein Polizeisprecher mitteilte. In Gesprächen versuche man, die Teilnehmer zum Verlassen des Geländes zu bewegen. Zudem gab es rund ein halbes Dutzend friedliche Versammlungen rund um das Gelände, zu denen aber jeweils nur wenige Demonstranten kamen. Auf Transparenten hieß es "Mahnwache für den Frieden" oder auch "Panzer raus".

Bereits in den vergangenen Tagen hatten Bundeswehrgegner zwei Mal das eigentlich gesperrte Militärgelände betreten. Die Organisatoren sprachen von einer "Besetzung". Die Polizei leitete im Laufe der Woche rund 50 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Zum Teil wurden Demonstranten auch weggetragen. Für Samstag hatten Demonstranten im Internet unter dem Motto "War starts here" (Krieg beginnt hier) zu einem Aktionstag aufgerufen. Die Polizei ist bei den einwöchigen Protesten mit bis zu 500 Beamten im Einsatz.

Vergangenes Jahr hatte es in der Protestwoche einen Brandanschlag auf eine Kaserne der Bundeswehr in Havelberg nördlich des Übungsgeländes gegeben. Die Polizei war damals auch Hinweisen auf einen Zusammenhang mit einem Zeltcamp der Bundeswehrgegner nachgegangen, konnte die Täter allerdings nicht ermitteln. Der Sachschaden an Lastwagen und Radpanzern der Bundeswehr betrug damals mehrere Millionen Euro.

Der Truppenübungsplatz Altmark ist einer der größten in Europa. In einem Gefechtsübungszentrum auf dem Gelände trainieren Soldaten mit modernster Technik für Auslandseinsätze. Betrieben wird die Anlage vom Rüstungskonzern Rheinmetall. Für eine vom Konzern geplante ähnliche Anlage in Russland hatte die Bundesregierung jüngst wegen der Ukraine-Krise die Exportgenehmigung entzogen.