Dresden/Magdeburg l Sachsen bleibt fest in CDU-Hand. Das haben die Wähler am Sonntag entschieden. Ministerpräsident Stanislaw Tillich kann weiter regieren - aber mit einem anderen Partner. Als einzige der im Landtag vertretenen Parteien konnte die SPD leicht gewinnen, die "Alternative für Deutschland" (AfD) schaffte aus dem Stand rund zehn Prozent. Erste Reaktionen aus der sachsen-anhaltischen Politik:

"Das ist ein klarer Regierungsauftrag", bewertet CDU-Landesvorsitzender Thomas Webel das Ergebnis seiner Parteifreunde knapp unter 40 Prozent. Webel schätzt die sächsische CDU so ein, "dass sie klug genug ist und sich einen vernünftigen Partner suchen wird". Dazu zählen für ihn neben der SPD auch die Grünen. "Solch eine Situation wünsche ich uns für 2016."

Seine Koalitionspartnerin, SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Katrin Budde, kritisiert, dass sich die sächsische CDU bisher vor einer klaren Absage an die AfD gedrückt habe: "Jetzt muss sie ihre Karten offenlegen."

Linke-Chefin Birke Bull sieht ihre sächsischen Parteifreunde als starke Oppositionspartei und zweitstärkste politische Kraft gefestigt. Durch die lange CDU-Regierungszeit gerate "lebendige Demokratie jedoch in die Defensive". Dass die AfD und NPD auf rund 15 Prozent gekommen sind, bezeichnet Bull als bitter. Die Linke werde daher ein "deutliches Zeichen gegen Deutschtümelei und Fremdenfeindlichkeit" setzen.

Grünen-Landeschefin Cornelia Lüddemann freut sich über den Wiedereinzug ihrer Partei. Aufgrund der leichten Verluste gebe es aber "keine Jubelstimmung". Dass mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme verweigert hat, findet sie "erschreckend". Eine Zusammenarbeit von CDU und Grünen müssten "die sächsischen Kollegen entscheiden", sofern sich diese Frage stelle.

FDP-Landesvize Lydia Hüskens bedauert, dass es "trotz eines engagierten Wahlkampfes" nicht gereicht hat und die Sachsen-FDP klar unter fünf Prozent gelandet ist. Für die Wahlen in Brandenburg und Thüringen erwartet sie in 14 Tagen keine besseren Ergebnisse für die Liberalen: "Dort ist das Umfeld noch schwieriger für uns."