Salzwedel l Komplette Straßenzüge standen unter Wasser.Keller liefen voll. Im Seniorenzentrum an der Schillerstraße kamen Deckenteile herunter. In Teilen der Stadt und umliegenden Orten fiel der Strom aus. Über Salzwedel ging am Sonnabend ein heftiges Unwetter nieder. Begleitet von Blitz und Donner kamen ab 20 Uhr Wassermassen in der Hansestadt herunter. In der Altperverstraße schlug der Blitz in einen Schornstein ein. Ziegelsteine flogen rund 30 Meter durch die Gegend. Sie fielen auf die Fahrbahn, beschädigten andere Häuser und eine Eingangstür. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Aktive rückten zu zwölf Ereignisorten aus

Kurz nach 20.30 Uhr alarmierte die Leitstelle die Salzwedeler Feuerwehr zu ihrem ersten Einsatz an dem Abend. Es sollten noch viele weitere folgen. Zu insgesamt zwölf Ereignis-orten rückten die Einsatzkräfte aus. 27 Aktive mussten zumeist Hausbesitzern helfen, deren Keller vollgelaufen waren. Die Kanalisation und die Dachabläufe konnten die Regenmengen nicht aufnehmen. Schillerstraße, Wollweberstraße, Neuperverstraße, Lohteich - dort und an weiteren Orten stand das Wasser bis auf den Bürgersteig. Mit sechs Fahrzeugen waren die Feuerwehrleute im Stadtgebiet unterwegs. Sie prüften die Standsicherheit der Überreste des zerstörten Schornsteins und sorgten dafür, dass dadurch niemand zu Schaden kommt.

Probleme gab es auch im Vita-Pflegeheim an der Thälmannstraße. Dort drohten Deckenplatten herabzustürzen. Es stellte sich heraus, dass das Dach nicht kaputt war, aber die Abläufe die Wassermassen nicht aufnehmen konnten. Dadurch sickerte Regenwasser in die Dämmung im zweiten Stock. Die Wehrmitglieder legten den Gebäudeteil trocken. Einsatzleiter Karsten Jürgens koordinierte seine Aktiven aus der Feuerwache, denn die Hilferufe kamen Schlag auf Schlag. "Besonders betroffen waren Siebeneichen und die Ludwig-Frank-Straße", berichtete er. In dem Wohngebiet waren die Kameraden zeitgleich mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Dort lief das Wasser über die abschüssigen Garagenauffahrten in die Untergeschosse der Häuser.

Stromausfälle durch Überspannung

Das heftige Gewitter mit zahlreichen Blitzeinschlägen sorgte für Überspannungsschäden. So auch im Heizwerk der Avacon an der Ernst-Thälmann-Straße und an der Bio-Erdgasanlage. Zudem gab es zahlreiche Stromausfälle in der Stadt und in einigen Orten - beispielsweise Dähre und Holzhausen.

Der Norden des Kreises war am stärksten von der Gewitterfront betroffen, die auch Hagelniederschlag mit sich führte. Die Feuerwehr Pretzier musste unwetterbedingt ausrücken. Bei Arendsee gingen in kürzester Zeit knapp 45 Liter Regen pro Quadratmeter nieder, wohingegen die Altkreise Gardelegen und Klötze von schlimmen Auswirkungen weitgehend verschont blieben.

   

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