Magdeburg l Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) sieht sich im Internet erneut Schmähungen mit möglicherweise strafrechtlicher Relevanz ausgesetzt. Am 7. Oktober wurde eine Facebook-Seite scharf geschaltet, die Trümper mit einem an Hitler erinnernden Schnauzbart abbildet. Das retuschierte Porträtfoto ist in eine historische Aufnahme eingebettet. Sie zeigt die Magdeburger Innenstadt nach dem Bombenangriff vom 16. Januar 1945. Trümper will nun dagegen vorgehen.

Betreiber der Seite ist der gerichtsbekannte Tim Lehmann. Gegen ihn läuft aktuell ein Verfahren, weil er sich im Internet als "Innenminister Holger Stahlknecht" ausgab. Die Verhandlung ist jedoch unterbrochen, da über Tim Lehmann ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden soll.

Lehmann hatte schon vor Monaten mit Internet-Aktionen für Aufsehen gesorgt. Auf einer Seite gab er sich als "Ordnungsamt Magdeburg" aus. Das Landgericht forderte ihn daraufhin auf, die Seite so zu gestalten, dass eine Verwechslungsgefahr mit den offiziellen Internetseiten Magdeburgs ausgeschlossen ist.

Nun hat Lehmann auf dieser Seite einen Eintrag über Trümper verfasst. Lehmann "meldet" unter anderem Trümpers Wechsel von der SPD in die NPD. Abgebildet ist auch das Foto aus der Hochwasserzeit 2013, auf dem Trümper in Unkenntnis NPD-Mann Andy Knape versehentlich die Hand schüttelt. Internetaktivist Lehmann verteidigt seine neue Seite mit dem Verweis auf Satirefreiheit. Der retuschierte Bart sei zudem kein Bart, sondern ein "Schatten". So was müsse ein OB aushalten.