Gardelegen (gb) l Auf einer Bank sitzen, mitten in der Gardeleger Fußgängerzone und dabei sorg- und kostenlos mit dem Smartphone im Internet surfen, ohne dass das eigene Datenvolumen verbraucht wird? WLAN (Drahtloses Internet) für alle und dazu Zugang zu einem lokalen Netzwerk als Informationspool der Stadt, in dem sich Touristen und Bürger gleichermaßen kostenlos Infos zu Gardelegen holen können? Und in dem Unternehmer die Kunden schnell und direkt mit ihren Angeboten vertraut machen können? Für viele eine Vorstellung, die in weiter Ferne liegt.

Der Plan von Ingmar Helmstaedt könnte das aber schon bald ermöglichen. Am Dienstag stellte der junge Gardeleger das Projekt "Freifunk Gardelegen" vor, eine zunächst auf die Innenstadt beschränkte, später dann aber auch flächendeckende Versorgung des Stadtgebietes mit einem eigenen, unabhängigen und sicheren WLAN-Netz.

Neu ist die Idee indes nicht. "Schon in vielen anderen Städten funktioniert das", versichert Helmstaedt. Betreut wird das Projekt, das seinen Ursprung in Berlin hat, idealerweise von einem gemeinnützigen Verein, der noch gegründet werden müsste. Die technischen Voraussetzungen schaffen Bürger und Unternehmer. Voraussetzung ist ein spezieller WLAN-Router, der einmalig 17 Euro kostet, oder auch ein eigener Router auf dem die nötigen Programme installiert werden.

Unterstützt wird Helmstaedt von der Stadt, die zusätzlich ihre Türme für Funksender zur Verfügung stellen will. Wirtschaftsförderin Mandy Zepig wird das Projekt zudem in den Innenstadtgeschäften bewerben. "Es wird viele Menschen in die Innenstadt locken", ist sich Helmstaedt sicher. Allerdings funktioniert die Idee nur richtig gut, wenn sich möglichst viele daran beteiligen.

Wer sich eine Vereinsmitgliedschaft vorstellen könnte oder an näheren Informationen interessiert ist, kann sich unter kontakt@gardelegen-freifunk.de mit Ingmar Helmstaedt in Verbindung setzen. Am Freitag ab 14 Uhr will der Gardeleger die jungen Leute im Gymnasium für seine Idee gewinnen. Argumente wie "Hier ist nix los", will er nämlich nicht gelten lassen. Seine Devise: "Dann müssen wir selbst was tun!"