Salzwedel l Die Salzwedeler Innenstadt ist um zwei Geschäfte ärmer. Bereits in der vergangenen Woche hat die Landfleischerei Winterfeld ihre Filiale an der Breiten Straße aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. "Der Umsatz war zu gering, die Miete zu hoch", bringt es Burkhard Thiede, Geschäftsführer der Mahlsdorfer Tier- und Saatzucht GmbH, die die Winterfelder Landfleischerei betreibt, auf den Punkt. Man habe noch versucht, mit dem Vermieter zu verhandeln, doch dieser habe nicht mit sich reden lassen.

"Es gibt aber auch zu wenige Parkplätze in der Nähe des Geschäfts. Dadurch sind einige Kunden fern geblieben", so Thiede. Schon der Vorgänger, ebenfalls eine Fleischerei, war an dem Standort gescheitert. "Wir haben gedacht, dass wir den Laden unterhalten können, aber es war meist ein Zuschussgeschäft", erklärte Burkhard Thiede.

Ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen wird Ingelore Weingart ihren Tabakladen an der Neuperverstraße im nächsten Monat schließen. "Ich hätte gern weitergemacht, aber es rechnet sich einfach nicht mehr. Durch die ständige Erhöhung der Tabaksteuer bleibt für mich als Händlerin am Ende fast nichts übrig", berichtet die 61-Jährige.

Kritik am Verhalten der Vermieter

Auch sie klagt über die Parkplatzsituation vor ihrem Geschäft. "Schon oft haben meine Kunden ein Knöllchen bekommen, weil sie kurz vor dem Laden gehalten haben. Die kommen doch dann nicht wieder und gehen lieber in die Supermärkte."

Aber auch das veränderte Gesundheitsbewusstsein vieler Menschen habe zu einem Umsatzeinbruch geführt. "Ich hätte vielleicht schon vor fünf Jahren schließen sollen, aber mein Herz hängt an diesem Geschäft", sagt Ingelore Weingart wehmütig.

Kritik am Verhalten vieler Vermieter von Geschäftsräumen übt Jost Fischer, Chef der Salzwedeler Werbegemeinschaft. "Bei moderateren Mietpreisen wäre sicherlich der eine oder andere Händler noch da. Ich kann es nicht verstehen, dass die Vermieter oft auf ihren Forderungen bestehen und nicht kompromissbereit sind."

Es könne schließlich nur im Interesse beider Seiten sein, zumindest eine Übergangslösung zu finden. "Beispielsweise könnte man ein Jahr lang nur die halbe Miete verlangen. Wenn das Geschäft gut läuft, kann man sie ja später anheben. Ich kann nur an die Vermieter appellieren: Nehmt doch den Spatz in der Hand, wenn eine Taube nicht zu haben ist", sagt Fischer.

Doch es gibt auch positive Nachrichten: Mit dem Haushalts-Discounter Mäc Geiz öffnet am 10. November um 8.30 Uhr ein neues Geschäft an der Neuperverstraße. Laut Jost Fischer gibt es zudem zwei weitere Interessenten, für die geeignete Objekte gesucht werden. "Dann hätten wir zwei Schließungen und drei Neueröffnungen", ist Fischer zuversichtlich.