Magdeburg (gw) l Das griechische Athen war 1985 die erste Kulturstadt Europas. Als erste deutsche Stadt trug West-Berlin 1988 den Titel, es folgten Weimar 1999 und Essen für das Ruhrgebiet im Jahr 2010. Essen hatte sich den Titel mit dem ungarischen Pécs und dem türkischen Istanbul geteilt, es hatte in jenem Jahr sogar drei Europäische Kulturhauptstädte gegeben.

Ein Beschluss aus dem Jahr 1999 hatte die rechtliche Grundlage der heutigen Initiative gebildet. Mit ihm haben das Europäische Parlament und der Ministerrat 1999 festgelegt, in welcher Reihenfolge die Mitgliedstaaten eine Kulturhauptstadt Europas stellen. Damals wurde vorgesehen, dass zusätzlich eine Stadt aus einem Nicht-Mitgliedstaat bestimmt werden kann.

Seit 2007 teilen sich in jedem Jahr zwei Städte den Titel. Die kulturellen Feierlichkeiten fast hinter sich haben Umea in Schweden und Riga in Lettland. 2015 werden die belgische Stadt Mons und das tschechische Pilsen Kulturhauptstädte Europas sein.

Magdeburgs Stadtrat hatte bereits auf seiner Sitzung am 27. Januar 2011 mehrheitlich beschlossen, sich bei der Europäischen Union um den von der EU finanziell lukrativ unterstützten Titel "Kulturhauptstadt Europas 2020" zu bewerben. Der Termin jedoch hat sich durch die Erweiterung der EU um fünf Jahre nach hinten geschoben, erst vor einem Jahr hat das Europäische Parlament über eine Neuregelung der Vergabe des Titels abgestimmt. Rat und Parlament hatten sich auf ein 14-jähriges Programm geeinigt mit jeweils zwei Kulturhauptstädten pro Jahr.

Fest steht: 2025 wird der Titel wieder an eine deutsche Stadt verliehen. Slowenien ist dann ebenfalls mit im Boot. Zwischenzeitlich hatten Dresden, Stuttgart, Leipzig und Frankfurt am Main über eine Bewerbung diskutiert und somit Interesse bekundet.

Leitsatz und neue Broschüre

An einigen Stellen im Stadtbild wirbt Magdeburg bereits mit dem Leitsatz "Magdeburg sein, Kulturhauptstadt werden". Im Forum Gestaltung in der Brandenburger Straße gibt es als Anlaufstelle das "Büro Magdeburg 2025". Auch eine erste Broschüre liegt druckfrisch vor, erstellt von Norbert Pohlmann und Norbert Eisold. Pohlmann, Geschäftsführer des Forum Gestaltung e.V., greift darin den damals viel diskutierten Stadtratsbeschluss auf und die anschließenden Meinungen, die weit auseinanderstrebten. Pohlmann schreibt in der Broschüre: "Beinahe euphorischem Entzücken und verhaltenem Beifall standen Spott und Häme gegenüber. Pures Desinteresse war dagegen kaum zu spüren, aber, das war bald klar, durchaus eine gewisse Lust, ernsthaft mit dem neu geschaffenen Kontext umzugehen."