Geschichte: Gut Zichtau bei Gardelegen befand sich mit den dazugehörigen Ländereien seit 1420 im Besitz der Familie von Alvensleben. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde ein großer Landschaftspark rund um das Gutshaus angelegt. 1860 ging das Gut in den Besitz der Familie von Gustav Albert von Goßler über.

Enteignung: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Gut und Ländereien im Zuge der Bodenreform enteignet. Nach der Wiedervereinigung 1990 erwarb Mitte der 1990er Jahre Hasso von Blücher, ein Enkel der Familie von Goßler, ein Großteil des Gutes und der Ländereien zurück.

Ruine: 160 Hektar Ackerland werden seither an zwei Landwirte verpachtet. Vom Gutshof selbst war kaum noch etwas übrig. Das Gutshaus war zerstört, Scheune und Stallungen in ruinösem Zustand.

Neubeginn: Hasso von Blücher hat es sich zum Ziel gesetzt, das Gut zu einem Kultur-, Bildungs- und Veranstaltungszentrum auszubauen. Seit 2009 wurden fast ausschließlich aus privatem Kapital der Rinderstall, die Scheune und zuletzt 2013 die Orangerie zu Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen mit unterschiedlichem Profil ausgebaut. Das Gutshaus entstand nicht neu.

Zukunft: Bis zum Frühjahr 2016 soll ein Hotel mit 50 Zimmern und angeschlossener Gastronomie entstehen. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2015 vorgesehen. Bislang investierte die Familie von Blücher in den Ausbau des Gutes etwa sechs Millionen Euro. Für Hotel und Gastronomie sind weitere knapp zehn Millionen Euro vorgesehen.

Gärten: Garten- und Landschaftsbau spielen auf Gut Zichtau eine zentrale Rolle. 2011 wurde dort die "Gartenakademie Sachsen-Anhalt" gegründet. Ziel ist es, im Land Gärten und Parks als Begegnungsräume neu zu beleben. Seit 2010 entstanden in Zichtau 16 Mustergärten - zum Beispiel der "Pfefferminzprinz" mit 41 Minzsorten und ein "Naschgarten" mit zehn Beerenobstsorten.

Sonstiges: Dreimal im Jahr finden Märkte statt. 2014 gab es fünf Konzerte und Theateraufführungen.