Halberstadt/Blankenburg/Magdeburg l Doreen Sünder hat einen schweren Kampf vor sich. Seit die junge Mutter von ihrer Diagnose Leukämie weiß, lassen die 32-Jährige und ihre Freunde und Bekannten nichts unversucht, um der Blankenburgerin zu helfen. Die Mutter eines neunjährigen Jungen benötigt nach zwei Chemotherapien dringend einen passenden Knochenmark- oder Stammzellspender. Die Suche nach diesem genetischen Zwilling läuft gegenwärtig in den weltweit vernetzten Datenbanken der Spenderdateien. Parallel dazu wollen Freunde der 32-Jährigen zusammen mit Vertretern der "Aktion Knochenmarkspende Sachsen-Anhalt" versuchen, vor Ort in der Region die passende Nadel im Heuhafen zu finden.

Wer Doreen Sünder und anderen Betroffenen helfen und gesunde Stammzellen spenden will, kann sich am Donnerstag, 27. November, bei einer Typisierung testen lassen. Die Aktion findet von 16 bis 19 Uhr in der Hochschule Harz am Dom-platz 16 in Halberstadt statt.

Organisiert wird die Aktion von Mitgliedern des Vereins "Aktion Knochenmarkspende Sachsen-Anhalt" an der Universitätsklinik in Magdeburg. Der Verein ist nach einer landesweiten Typisierungsaktion für einen Magdeburger Jungen gegründet worden. Am 17. Dezember 1995 hatten sich bei der "Aktion Nico" rund 21 000 Sachsen-Anhalter testen (typisieren) lassen, um einen Jungen aus Magdeburg zu helfen. Seither folgten landesweit zahlreiche weitere Aktionen. Die Zahl potenzieller Stammzellspender wuchs auf mittlerweile rund 37 000 Freiwillige an, berichtet Claudia Herbst von der Magdeburger Datei.

Dieser Datenpool mit potenziellen Spendern ist heute einer der größten in den östlichen Ländern und wie alle übrigen regionalen Dateien mit der zentralen deutschen Spenderdatei in Ulm vernetzt. Über diese Schnittstelle sind die anonymisierten Daten wiederum mit den weltweit registrierten Datensätzen verknüpft. So ist sichergestellt, dass bei einem Suchlauf stets alle weltweit registrierten Daten genutzt werden.

Aus gutem Grund: Experten sehen in jeder Abfrage die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhafen, denn zwischen Stammzell-Spender und -Empfänger müssen zahlreiche Gewebemerkmale übereinstimmen, damit die Gewebetransplantation glückt. Die Erfolge dieses weltweiten Verbunds können sich aus Magdeburger Sicht sehen lassen: "Wir haben in den vergangenen knapp 19 Jahren immerhin 335 Spender für Patienten in aller Welt vermittelt", berichtet Claudia Herbst von der Spenderdatei.

Zur Typisierung für Doreen Sünder werden am kommenden Donnerstag Dr. Andreas Parkner und Birka Koppe von der Spenderdatei in Halberstadt erwartet. Begleitet werden sie von zwei Schwestern, die die Blutproben abnehmen. Mehr als eine Blutprobe müssen die Freiwilligen zunächst nicht abgeben.

Weitere Infos unter www. knochenmarkspende-magdeburg.de