Magdeburg l Ohne Instandsetzungsmaßnahmen wird die Anna-Ebert-Brücke in vier Jahren für den Straßenbahn- und den Schwerverkehr gesperrt werden müssen, verkündete Karsten Eins vom Tiefbauamt am Dienstag am Rande einer Informationsveranstaltung zum geplanten Ersatzneubau des Strombrückenzuges.

Der Projektleiter des Bauvorhabens ist ein erfahrener Brückenprüfer und hat das Bauwerk zusammen mit einem regional ansässigen Ingenieurbüro eingehend untersucht. Großflächige Hohlstellen sowie Risse bis zu einem Meter Tiefe in den Gewölben sind unter anderen dafür verantwortlich, dass Magdeburgs alte Dame bei ihrer letzten Brückenprüfung Ende Oktober nur eine Zustandsnote von 3,8 erhalten hat. Bedeutet: Die Standsicherheit und Verkehrssicherheit der fast 135 Jahre alten Brücke sind stark beeinträchtigt. Bei Note 4 wird das Bauwerk gesperrt. In den kommenden zwei Jahren müssen folglich dringend Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden, so Karsten Eins. Im Rahmen des geplanten Ersatzneubaus des Strombrückenzuges ist daher die Instandsetzung der Unterbauten der Anna-Ebert-Brücke zwingend erforderlich, um den Straßenverkehr aufrechtzuerhalten und somit die in die Jahre gekommene Brücke temporär als Behelfsbrücke nutzen zu können.

Die Begrenzung auf 30 Tonnen und die Langsamfahrstrecke der Straßenbahn bleibt bestehen. Zudem empfehlen die Brückenexperten den sogenannten Begegnungsverkehr der Straßenbahnen zu vermeiden. Dazu sind Gespräche mit den Magdeburger Verkehrsbetrieben geplant.