Die "verbindliche Absichtserklärung" internationaler Stadtverwaltungen dient dem Austausch in der ökologischen Städteplanung. Die Unterzeichner des "Magdeburger Protokolls" sind bestrebt, Verfahren und Methoden im Sinne des Klimaschutzes zu nutzen, neue Technologien und Fachkräfte zu fördern sowie die regionale Wirtschaft eng in die Stadtplanung einzubeziehen.

Das Protokoll ist Grundlage des Netzwerkes für den globalen Erfahrungsaustausch unabhängig von Politik, Religion und ethischer Abstammung. Jährlich ist eine Informationskonferenz "Green Cities - Green Industries.Magdeburg" geplant.

Magdeburg l Die international anerkannte, einheitliche und prüfbare Bestimmung einer "grünen Stadt des 21. Jahrhunderts", wie sie das in Magdeburg beschlossene Protokoll (siehe Kasten) als Ziel fixiert, liegt noch in weiter Ferne. Doch zwölf Partner wollen gemeinsam dahin kommen: Bala/Ankara (Türkei), Bangkok und Pathum Thani (Thailand), Harbin (China), die Mongolei mit dem Ballungsgraum Ulan Bator, Saporoshje (Ukraine), Taipeh (Taiwan), La Pobla de Vallbona (Spanien), Tübingen, Warschau, Wiener Neustadt und Magdeburg.

Diese Gruppe deckt sich nicht mit den Magdeburger Partnerstädten, aus deren Kreis die Initiative vor einigen Jahren kam: Viele dieser Städte fehlen, andere sind hinzugekommen.

"Ansatz ist neuartig in Deutschland." -
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer

So wie die Universitätstadt Tübingen in Baden-Württemberg. Dessen Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne), für effektive Kommunalpolitik bundesweit bekannt, zu den Beweggründen: "Ich wollte mir ansehen, was Magdeburg da veranstaltet. Sich die Aufgabe zu stellen, aus grüner Technik Arbeitsplätze zu machen, ist ein spannender Ansatz. Das ist neuartig in Deutschland."

Auch Magdeburger Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche (CDU) hebt auf die ökonomische Bedeutung der "Green-Cities"-Bewegung ab. "Von Anfang an war das Ziel, Wirtschaftskraft mit Städteentwicklung zu verbinden. Ob Planung, Verkehrsmanagement, Infrastrukturausbau oder Bildungsentwicklung - all dies ist Voraussetzung für ,Green Jobs`."

Der Ausbau erneuerbarer Energien gegen den Klimawandel, meint Nitsche, sei an grundlegende Fragen gebunden: Ist das Projekt wirtschaftlich vertretbar? Wie wird die Bevölkerung einbezogen? Und: Welche Auswirkungen sind für Unternehmen zu erwarten?

"Projekte transparent und abrechenbar." -
Magdeburgs Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche

Nachhaltiges Wirtschaften lohnt sich. Das Potenzial der Wertschöpfung durch nachhaltige Stadtentwicklung liegt laut Nitsche bei "mehreren Milliarden Euro".

Ein konkretes Konferenz-Ergebnis ist die Einrichtung einer Internet-Plattform. Damit soll die Erfahrung global verbreitet werden. Partner ist das sachsen-anhaltische Kompetenzzentrum Solar Valley. Nitsche: "Die Projekte werden so transparent und abrechenbar." Meinung