Magdeburg l Mit der Band Revolverheld ist den Klinikkonzert-Initiatoren ein Clou gelungen. Als die Musiker um Sänger Johannes Strate vor knapp zwei Wochen im Hangar der Olvenstedter Klinik die Bühne betraten, kippte den Kindern die Kinnlade runter. Für ein paar Minuten waren Schmerz und Krankheit vergessen. Dies sei der Ansporn, den die Initiatoren Nicole John (23) und Nadja Benndorf (29) haben, wenn sie ein halbes Jahr lang ihre außergewöhnliche Veranstaltung organisieren.

Es sei das vierte Klinikkonzert gewesen, das sie auf die Beine stellten; das zweite in Magdeburg. Allerdings das erste, hinter dem derart viel Aufwand steckte, dass es für zwei junge Frauen beinah unmöglich ist, das privat zu stemmen.

Was dem 20-Minuten-Konzert vorausging, war mitunter nervenaufreibend: Versicherungs- und logistische Fragen galt es zu klären, die Band und Helfer zu bewirten, zu dekorieren, Presse und Fernsehteams zu betreuen, Geschenke für die Kinder einzupacken und unzählige Absprachen zu treffen

Das alles vor dem Hintergrund, dass sie Privatpersonen und berufstätig sind. "Das Sammeln von Spenden ist für uns daher besonders schwierig. Wir können keine Quittungen ausstellen. Viele Unternehmen winken da gleich ab. Wir hatten allein für das letzte Konzert Ausgaben von gut 1500 Euro", erklärt Nicole John. "Momentan finanzieren wir die Konzerte von Preisgeldern, wie jenes vom Jugendengagementpreis, den wir dieses Jahr bekommen haben." Zudem bekommen sie Sachspenden - für das jüngste Konzert sogar in Höhe von rund 11800 Euro. 80 Tüten mit Kinderspielzeug wurden davon gepackt und verteilt. "Dennoch muss alles ordnungsgemäß abgerechnet werden."

Seit ein paar Monaten stehen ihnen hierfür zwei Berater zur Seite. Sie helfen den jungen Frauen, einen Verein zu gründen. Denn nur so können Aufwand und die finanziellen Belange geregelt werden.

Im Januar soll es so weit sein. "Wir hoffen natürlich, dass wir viele Unterstützer finden." Möglichst deutschlandweit. Denn die jungen Frauen haben Großes vor. Gern würden sie gewissermaßen auf Klinik-Tour gehen, Tausende Kinder mit Klinikkonzerten glücklich machen. Doch das ist Zukunftsmusik, weiß Nicole John.

Jetzt gehe es der Rettungsassistentin, die zwar in Magdeburg lebt, jedoch in Tangerhütte arbeitet, zunächst um die Vereinsgründung. Etliche Freunde und Bekannte und auch ein paar Firmen haben bereits ihre Unterstützung und Mitgliedschaft zugesagt.

Und dann gehe es um die Organisation des nächsten Konzertes. Hierfür schweben ihr Namen wie Clueso, Silbermond, Johannes Oerding, Jupiter Jones oder Bosse vor. Musiker, die auch unplugged spielen. Denn große Technik könne man in einer Klinik nicht auffahren.

Je nachdem, welcher Musiker im kommenden Jahr in Magdeburg und Umgebung spielt, stelle sie eine Anfrage an das Management. Revolverheld seien beispielsweise sofort begeistert gewesen und haben zugesagt. Ebenso damals die Bands "3Berlin" und "Die Medlz", welche die ersten Kinderklinikkonzerte in Dessau gaben.

Kontaktdaten zu den Initiatoren finden Sie im Internet unter: www.kinderklinikkonzerte.de