Burg l Der CDU-Bundesabgeordnete und Agrarunternehmer Kees de Vries aus Deetz (Anhalt) tritt dafür ein, den mit einem Tierhaltungsverbot belegten Schweinezüchter Adrianus Straathof nicht zu schonen. "Wenn Spielregeln nicht eingehalten werden, soll man durchgreifen, ohne Rücksicht auf Herkunft und Betriebsgröße", erklärte de Vries am Mittwoch auf Volksstimme-Nachfrage.

De Vries war wie Straathof nach der Wende aus den Niederlanden nach Ostdeutschland gekommen und hat in Deetz einen landwirtschaftlichen Betrieb aufgebaut. Zudem engagierte er sich politisch in der CDU, wurde in den Kreistag von Anhalt-Zerbst gewählt und sitzt seit 2013 als erster gebürtiger Niederländer im Bundestag.

"Ich kenne den Fall zwar nicht im Einzelnen, aber der Kreis Jerichower Land muss dafür sorgen, dass Ordnung in den Betrieben herrscht", erklärt de Vries. Er kenne seinen Landsmann Straathof nicht näher und sei ihm nur einmal bei einem Unternehmertreffen begegnet.

Derweil zieht der Skandal weitere Kreise. Wie das ARD-Magazin "Monitor" berichtete, seien in einem Spanferkelschlachthof in Kupferzell (Baden-Württemberg) 2013 und 2014 mehrfach schwer kranke Ferkel angeliefert worden. Sie stammten aus Betrieben der Straathof Holding.

Der Landkreis Jerichower Land hatte kürzlich ein Tierhaltungsverbot gegen Straat- hof erlassen. Vorgeworfen werden ihm Qualzucht und Töten von Ferkeln ohne einleuchtende Gründe.