Magdeburg l Eine dicke Schaumschicht bedeckt in der Nacht von Donnerstag zu Freitag nach den Löscharbeiten den Asphalt des Carl-Krayl-Rings. Der Autobrandstifter hat erneut zugeschlagen. In der Eigenheimsiedlung brennen damit die Autos Nummer 16 und 17 einer nicht enden wollenden Serie.

Als die Polizei die Umgebung nach Verdächtigen absucht, entdecken die Beamten 500 Meter weiter im Rosengrund einen Audi, an dem sich gerade ein Brand entwickelt. Mit einem Feuerlöscher gelingt es den Polizisten, dieses Feuer noch rechtzeitig zu löschen. Das Fahrzeug wird erheblich beschädigt. Insgesamt beträgt der Schaden 6000 Euro.

Ein Spürhund sucht die Umgebung ab. An allen Fahrzeugen finden die Ermittler Brandbeschleuniger. Dennoch haben sie keine Hinweise auf den oder die Täter.

Damit brannten in den vergangenen Wochen in den Stadtteilen Neu-Olvenstedt und Nordwest insgesamt 18 Fahrzeuge. Darunter alte Autos, Firmenwagen und Luxusschlitten. Die Pkw brannten vor Mehrfamilienhäusern, vor Plattenbauten und auf Parkplätzen. "Ein Muster gibt es nicht", sagte Polizeisprecher Mike von Hoff. "Wir vermuten, dass die Brände zusammenhängen", so von Hoff weiter.

So gibt es drei Gemeinsamkeiten. Alle Autos brannten in Neu-Olvenstedt und Nordwest. Alle Autos wurden auf ähnliche Weise angesteckt. Und alle Autos fingen ungefähr zwischen 1 und 2 Uhr Feuer (siehe Grafik).

Trotzdem sei es extrem schwierig, einen Täter zu fassen, sagte von Hoff. Die Polizei sei hier massiv auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Man habe im Stadtteil die Streifentätigkeit stark erhöht und eine vierköpfige Ermittlergruppe gebildet (Volksstimme berichtete). "Trotzdem haben wir bisher keine konkreten Hinweise auf einen Täter", so von Hoff weiter.

Wie der oder die Täter die Polizei narren, konnte man in der vergangenen Nacht daran sehen, dass während ungefähr 20 Feuerwehrleute die Fahrzeuge am Carl-Krayl-Ring löschten, ein Audi am Rosengrund angezündet wurde. Auffällig war auch der Brand am 6. Dezember an der Juliusstraße. Ausgerechnet, als die Polizei beginnt, in einem Stadtteil verstärkt auf Streife zu gehen, wechselt der Täter den Stadtteil.

Dass in dem Stadtteil viele über die Autobrandserie reden, kann auch Rüdiger Jeziorski von der GWA Neu-Olvenstedt/Nordwest bestätigen. "Die Leute sind unruhig", sagte er auf Nachfrage. Viele würden sich fragen, wo es als Nächstes brennen würde. Wer keine Garage habe, könne sein Auto aber nicht schützen.

Wie schwierig es sein kann, Brandstifter zu fassen, zeigen speziell in Neu-Olvenstedt gleich mehrere Beispiele. So brannte es Anfang dieses Jahres in einem Mehrfamilienhaus am Gerstengrund mehrfach. Ein Täter wurde bis heute nicht gefasst. Anfang August gingen mehr als 20 Wertstoffcontainer in wenigen Tagen in Flammen auf. Auch hier keine Spur vom Täter. Dann brannte es vergangene Woche in einer Gärtnerei an der Olvenstedter Chaussee innerhalb eines Tages gleich zweimal. Auch hier vermuteten die Ermittler Brandstiftung. Nur Hinweise auf den Täter gibt es nicht.

Gesucht werden Zeugen, die in der Nacht Beobachtungen gemacht haben, die mit den Bränden im Zusammenhang stehen könnten. Diese werden gebeten, sich bei der Polizei in Magdeburg unter der Nummer 0391/546 17 40 zu melden.

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