Magdeburg (ak) I Anders als der SPD-Vorstand in Thüringen würde die Vorsitzende der SPD-Sachsen-Anhalt, Katrin Budde, bei einer Mitgliederbefragung keine Empfehlung für eine Mitregierung unter einem linken Ministerpräsidenten aussprechen.

"Wir wissen noch nicht, wie wir das satzungsgemäß machen, aber ich halte unsere Mitglieder für intelligent genug, das selber zu entscheiden", sagte Budde am Sonntag gegenüber der Volksstimme. Möglicherweise müsse sogar zweimal abgestimmt werden.

In Thüringen hatte der SPD-Vorstand beschlossen, als Juniorpartner in eine Rot-Rot-Grüne Koalition zu gehen. Anschließend wurde den Mitgliedern empfohlen, diesen Beschluss zu bestätigen.

Eine solche Festlegung würde es mit Katrin Budde nicht geben. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" hatte die Landesvorsitzende noch einmal ihre persönliche Reserviertheit gegenüber dem Thüringer Modell betont.

Gleichwohl blieb sie auch gegenüber der Volksstimme bei ihrer Linie, eine solche Regierung auch für Sachsen-Anhalt grundsätzlich nicht auszuschließen. Allerdings ohne selber darin Verantwortung zu übernehmen. Zu künftigen SPD-Ministern in einem von ihr geführten Kabinett wollte sie keine Stellung nehmen. Finanzminister Jens Bullerjahn hatte am Wochenende gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" angekündigt, für eine weitere Legislaturperiode als Minister zur Verfügung zu stehen. Gleichzeitig kündigte er an, wegen zahlreicher anderer Verpflichtungen nach 25 Jahren nicht mehr für den Landtag zu kandidieren. Als einziger SPD-Abgeordneter hat er in seinem Wahlkreis eine direkte Mehrheit. "Das ist eine persönliche Entscheidung von Jens Bullerjahn, die ich nicht weiter kommentieren möchte", sagte die oberste Wahlkämpferin zum Verlust eines Zugpferdes.