Halle/Magdeburg l Im Bernburger Frieden hatten sich die sieben Hochschulen des Landes verpflichtet, ihr Defizit abzubauen. Sechs Hochschulen haben daraufhin Personal- und Sachausgaben gekürzt und Studiengänge gestrichen - in Halle hingegen wehte ein anderer Geist. An seiner Hochschule gebe es nichts Überflüssiges, beschied Uni-Rektor Udo Sträter Mitte Oktober Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) - ein Satz, der den anderen Hochschul-Chefs noch heute im Ohr klingt.

In den nächsten Tagen dürfte sich zeigen, ob es bei der halleschen Ablehnung bleibt. Denn Zugriff auf ihr Budget bekommen die Hochschulen nur dann, wenn sie eine Zielvereinbarung mit dem Land abschließen. Als Vorausetzung dafür will die Landesregierung am kommenden Dienstag den Hochschulstrukturplan beschließen.

Wunsch-Termin für die Unterzeichnung der Zielvereinbarungen ist der 29. Januar. Sicher sind bislang die Unterschriften für sechs Hochschulen, darunter die Uni Magdeburg sowie die Hochschulen Magdeburg-Stendal, Harz und Anhalt. Unklar ist, was mit Halle passiert. 11,9 Millionen Euro muss die Uni laut Bernburger Frieden kürzen, die Häfte davon für den Ausgleich ihres strukturellen Defizits. Seit Wochen verhandeln die Hallenser mit dem Ministerium. Über Details schweigen beide Seiten. Rektor Sträter lässt sich nur einen einzigen Satz entlocken: "Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen eine gute Lösung finden."

Was allerdings eine gute Lösung wäre - darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Halles Studenten erwarten, dass Sträter in Magdeburg auch weiterhin beinhart auftritt. "Her mit der Kohle" lautet ihre Forderung Richtung Landesregierung. In der größten Regierungsfraktion kommt diese Verweigerungshaltung weniger gut an. "Unsere Geduld ist endlich", warnte jetzt CDU-Fraktionschef André Schröder laut Mitteldeutscher Zeitung. Er droht damit, die fünfjährige Planungssicherheit im Fall von Halle auf ein Jahr zu verkürzen.

Ob das tatsächlich ein Nachteil ist, ist allerdings umstritten. Mancher Hochschul-Chef befürchtet, dass Halle damit die Chance bekommt, nach diesem Jahr, wenige Monate vor der Landtagswahl 2016, bessere Konditionen herauszuholen als die anderen. "Eine Ungleichbehandlung wäre extrem misslich, das werden wir nicht hinnehmen", warnt bereits Magdeburgs Uni-Rektor Jens Strackeljan. "Alle Lösungen dürfen nicht zulasten anderer Hochschulen gehen", mahnt auch Armin Willingmann, Präsident der Landesrektorenkonferenz.

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