Magdeburg (mf/ad) l Der Kreisverband der Partei "Die Rechte" hat für Sonnabend anlässlich des 70. Jahrestages der Zerstörung Magdeburgs eine Demonstration angemeldet. Das hat am Donnerstagmittag die Polizei der Volksstimme bestätigt. Schnittmengen zu einer angemeldeten Rechten-Demo am Freitag gebe es aber kaum, so ein Polizeisprecher. Zudem rechne man mit wenig Teilnehmern.

Für Freitag haben Rechtsradikale kurz vor dem Verstreichen der Anmeldefrist gestern Nachmittag wieder einen "Trauermarsch" angemeldet. Die Polizei rechnet aber mit einer weit geringeren Teilnehmerzahl als in den vergangenen Jahren. Ort und Zeit konnte Polizeisprecher Frank Küssner gestern noch nicht nennen. Für diesen Tag sind sieben Gegendemonstrationen angemeldet. Insgesamt 1000 Polizisten sind nach dem gegenwärtigen Stand der Planungen am Freitag und Sonnabend im Einsatz. Mit der Meile der Demokratie und mehreren Meilensteinen wird es nach aktuellem Stand am Sonnabend 22 Protestaktionen gegen rechts geben. Oberbürgermeister Lutz Trümper will heute das Programm für das bunte Straßenfestes vorstellen. Es werden rund 10.000 Menschen erwartet. Die Auftaktkundgebung ist um 12 Uhr auf dem Alten Markt.

Rechte hängen mehr als 700 Plakate auf

Unterdessen haben Rechte in einer konzertierten Aktion in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch in Magdeburg Hunderte Plakate aufgehängt, darauf Sprüche wie "Magdeburger Gedenken" und "Magdeburger Bombennacht". Das Ordnungsamt hat in einem Sondereinsatz bereits 700 Plakate entfernt. Wer hinter der Aktion steckt, ist unklar. In einem Schreiben bekennt sich die bislang unbekannte Initiative "Magdeburger Gedenken" zu der Aktion.

Bündnis plant am Montag Anti-"Magida"-Protest

Das "Bündnis gegen Rechts Magdeburg" hat für den kommenden Montag auf dem Alten Markt in Magdeburg ab 18 Uhr einen Protest gegen einen angemeldeten "Spaziergang" der islamkritischen "Magida" (Magdeburger gegen die Islamisierung des Abendlandes) angekündigt. Insgesamt sind nach Polizeiangaben gegen den "Magida"-Marsch zurzeit sechs Gegendemonstrationen angekündigt, darunter auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund und zwei Privatpersonen.

In der Anmeldung für "Magida" rechnen die zwei dahinter stehenden Privatpersonen mit etwa 500 Teilnehmern. Zurzeit suchen sie per Facebook noch Ordner mit dem Hinweis: "In den letzten zwei Jahren sollten allerdings keine schweren Vorstrafen vorliegen. Bei kleineren Delikten kannst Du Dich trotzdem melden."