Magdeburg/Halle l Der Streit um Einsparungen bei der Universität Halle-Wittenberg steht vor der letzten Runde. In einer Sondersitzung beschließt der Akademische Senat am heutigen Mittwochnachmittag über die Zielvereinbarung mit dem Land. In dem Papier wird festgezurrt, wie die Uni jene Einsparungen erzielt, die sie 2013 im sogenannten Bernburger Frieden zugesagt hatte.

Um 11,9 Millionen Euro muss die Uni ihre Ausgaben senken. Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) erwartet, dass der Senat Institute schließt und Professorenstellen streicht. "Die Martin-Luther-Universität wird Strukturanpassungen machen müssen", bekräftigte er am Dienstag in Magdeburg. Die anderen sechs staatlichen Hochschulen haben ihre Verpflichtung bereits erfüllt. Für Halle werde es keine Ausnahme geben, stellte Möllring klar. Darauf hätten auch die anderen Hochschulen gedrungen.

Möllring: "Vertrag für fünf Jahre oder gar nicht."

Auch bei der Laufzeit der Zielvereinbarung will er Halle nicht entgegenkommen. CDU-Fraktionschef André Schröder hatte ins Spiel gebracht, der Uni finanzielle Planungssicherheit für zunächst ein Jahr zu geben und damit mehr Zeit für Sparbeschlüsse. "Wir unterschreiben für fünf Jahre oder gar nicht", stellte hingegen Möllring klar. Wie genau die Hallenser sparen, bleibt ihnen selbst überlassen. Der Hochschul-strukturplan für die Jahre 2015 bis 2025, den das Kabinett am Dienstag verabschiedete, empfiehlt der Uni Halle die "Neuordnung" etlicher Bereiche. Betroffen sind etwa die Institute für Medien, Kommunikation und Sport sowie Informatik und Geowissenschaften. In der ersten veröffentlichten Fassung vom März 2014 hatte Möllring noch konkret die Schließung gefordert.

Die Zahl finanzierter Studienplätze sinkt bis 2019 von 34.000 auf 32.190. "Das ist aber lediglich eine statistische Berechnungsgröße", sagte Möllring. Die tatsächliche Zahl der Studenten in Sachsen-Anhalt - derzeit sind es 55.000 - werde sich kaum verändern.