Quedlinburg/Leipzig l Im Zuge der Ermittlungen gegen eine 35-jährige Frau aus Quedlinburg wegen Kindesmissbrauchs kommen immer mehr Fakten ans Licht. Der Frau wird vorgeworfen, ihre eigene Tochter für Sex verkauft zu haben. Vor dem Landgericht Leipzig sind in diesem Zusammenhang bereits zwei Männer angeklagt. Einem 38-Jährigen aus Oschatz und einem 66-jährigen Mann aus Bremerhaven wird vorgeworfen, die Tochter der Quedlinburgerin und die jüngere Schwester der Frau mindestens einmal sexuell missbraucht zu haben. Wie Landgerichts-Sprecher Jens Hebert sagte, sei die Klage am 12. Januar eingegangen.

Konkret werde beiden Männern eine Missbrauchs-Tat im Frühjahr 2011 vorgeworfen. Die beschuldigte Quedlinburgerin, die gegenwärtig in Halle inhaftiert ist, soll ihre damals zehn Jahre alte Tochter sowie ihre 15 Jahre alte Schwester auf einem Waldweg an die Freier übergeben haben. Anschließend sei es zum Tatort - der Wohnung eines Mannes in Wernigerode - gegangen. Weil dort auch Foto- und Filmaufnahmen gemacht wurden, die später via Internet Verbreitung fanden, kamen die Ermittler dem Porno-Ring auf die Spur. "Der entscheidende Tipp kam von der Staatsanwaltschaft in den Niederlanden, anschließend stießen unsere Ermittler auf die Spur in Richtung Quedlinburg", skizziert Gerichtssprecher Jens Hebert die Zusammenhänge.

Der 66-Jährige befinde sich in Untersuchungshaft und sei einschlägig vorbestraft. "Er wurde wegen Kinderpornografie mehrfach verurteilt und saß wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern bis 2010 fünf Jahre in Haft", so Hebert. Der 38 Jahre alter Oschatzer sei mit kinderpornografischen Schriften in Erscheinung getreten. Der gegen ihn beantragte Haftbefehl sei außer Vollzug gesetzt worden.

Hauke Roggenbuck von der Halberstädter Staatsanwaltschaft bestätigte weitere Ermittlungen: "Wir prüfen, ob es weitere Taten und weitere Täter gibt."