Magdeburg (we) l Über Energie- und Umweltpolitik und den richtigen Umgang mit endlichen Ressourcen haben Politiker und Experten am Mittwoch auf der 3. Nachhaltigkeitskonferenz des Landes Sachsen-Anhalt geredet. Mit Klaus Töpfer stand ein hochkarätiger Gast auf der Gästeliste. Der ehemalige CDU-Bundesumweltminister ist heute Direktor des Potsdamer Instituts für Nachhaltigkeitsforschung (IASS). Die Relevanz von Nachhaltigkeitspolitik habe man erst nach Umweltkatastrophen erkannt, sagte Ministerpräsident Haseloff (CDU). Gegen den Trend würden heute in Sachsen-Anhalt die CO-Emissionen leicht steigen.Sachsen-Anhalt sei ein traditioneller Standort für energieaufwendige Industrien.

Klaus Töpfer spannte den großen Bogen, sprach über den Mangel an Zeit und über die Sinnhaftigkeit des Bruttosozialprodukts als Maß aller Dinge. Töpfer zitierte den König von Bhutan, der den Erfolg seiner Regentschaft nicht an der Wirtschaftskraft, sondern am Glück seiner Untertanen misst.

Kontrovers wurde es, als BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf wissen wollte, wie die Klimaschutzziele des Ministerpräsidenten mit dem Neubau eines Kohlekraftwerks in Profen zusammenpassten. Haseloff antwortete ausweichend: "Das Kraftwerk baut nicht das Land, sondern ein Wirtschaftsunternehmen." Kohlekraft sei noch für eine gewisse Zeit unverzichtbar und schließlich könne man in Sachsen-Anhalt auf einige Vorzeigeprojekte wie die "ökologische A14" verweisen.