Magdeburg (dpa/sa). Die Schweizer Filiale der britischen Großbank HSBC hat möglicherweise auch Kunden in Sachsen-Anhalt bei der Hinterziehung von Steuern geholfen. Insgesamt zwölf Datensätze hätten einen Bezug zu Sachsen-Anhalt gehabt, teilte das Finanzministerium in Magdeburg am Montag auf Anfrage mit. In neun Fällen seien die Prüfungen ohne zusätzliche Steuereinnahmen abgeschlossen worden, in drei Fällen gebe es noch Ermittlungen der Steuerfahndung in Halle.

Die HSBC hatte Kunden aus aller Welt bei der Steuerhinterziehung im Milliarden-Maßstab geholfen. Das geht aus vertraulichen Unterlagen der Bank hervor, die mehreren Medien zugespielt und dort ausgewertet wurden. Strafen und Steuernachzahlungen in Höhe von einer Milliarde Euro seien bereits bei Steuerbehörden in nur zwölf von Dutzenden betroffener Länder eingegangen, berichteten "Süddeutsche Zeitung" (Montag) sowie die Sender NDR und WDR nach der Auswertung Tausender vertraulicher Dokumente.

Die französische Polizei hatte die Daten der Schweizer HSBC-Tochter 2009 bei einem ehemaligen Mitarbeiter der Bank beschlagnahmt. Von 3000 Konten seien nur sechs dem Finanzamt bekannt gewesen, berichtete der NDR. Das Bundesfinanzministerium erklärte, die Daten seien an die zuständigen Finanzämter weitergeleitet worden. Die Schweiz hat seit einigen Jahren unter internationalem Druck wesentlich striktere Regeln zum Beispiel bei der Überprüfung der Herkunft des Geldes.