Zehn Milliarden für neue Infrastruktur
Wenn die Umbauarbeiten am Bahnhof in Halle und der Ausbau de Schnellzugstrecke Halle - Erfurt abgeschlossen ist, soll ab 2018 ein "neues Zeitalter im Bahnverkehr für Ostdeutschland" beginnen. Das kündigte die Bahn an. Zehn Milliarden Euro fließen dafür in den Ausbau der Infrastruktur.

3,9 Millionen Reisende sind derzeit pro Jahr im Fernverkehr der Bahn in Sachsen-Anhalt und Thüringen unterwegs.

Rund 100 Fernverkehrszüge rollen täglich durch die 16 Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt und Thüringen, die von Schnellzügen angefahren werden. (ba)

Halle/Magdeburg l Sachsen-Anhalt rückt ab 2018 näher an die Metropolen im Westen und Süden der Republik. Nach Abschluss des Ausbaus der neuen Schnellzugstrecke Leipzig - Halle - Erfurt - Nürnberg können Reisende ab Halle in unter drei Stunden nach Frankfurt am Main oder München fahren. Das erklärte ein Sprecher der Bahn-Tochter DB Fernverkehr am Dienstag in Halle. Die Fahrt nach München wäre dann zwei Stunden kürzer als bisher. Nach Frankfurt brauchen Bahnkunden dann etwa eine Stunde weniger.

Im Dezember 2015 beginnen am Hauptbahnhof in Halle die Bauarbeiten, um den Eisenbahnknoten fit für die Zukunft zu machen. Dort werden Gleise, Bahnsteige und Oberleitungen umgestaltet und mit elektronischer Stellwerkstechnik ausgerüstet. Jeweils eine Hälfte des Bahnhofs werde in den Jahren 2016 und 2017 gesperrt, teilte die Bahn mit. Für die Kunden in Sachsen-Anhalt bedeutet das Änderungen im Fahrplan des Nahverkehrs.

Übergangsweise wird Naumburg (Saale) der neue Knoten für den Fernverkehr der Bahn. Zwischen Halle und Naumburg wechseln sich bereits ab Dezember jeweils stündlich Regionalexpress- und Regionalbahnzüge ab. Zwischen Magdeburg und Naumburg wird es im neuen Fahrplan eine durchgehende Verbindung geben, um dortige Schnellzüge zu erreichen. Zudem verkehrt der Regionalexpress aus der Landeshauptstadt nach Halle dann um eine halbe Stunde versetzt zum derzeitigen Angebot. Der erste Zug am Tag fährt künftig um 4:23 Uhr statt wie bisher um 4:07 Uhr.

Die Umstellung auf den neuen Fahrplan bedeutet für die Nahverkehrsgesellschaft der Deutschen Bahn, DB Regio, auch den Abschied von einigen Zugverbindungen in Sachsen-Anhalt. Der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) hat einige Strecken an neue Anbieter vergeben. Die Strecke Stendal-Rathenow wird ab Dezember von der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft betrieben. Zwischen Halle und Goslar rollen dann nur noch Bahnen des Harz-Elbe-Expresses (HEX). Mit dem bereits bestehenden HEX-Angebot fahren die Bahnen dann im Ein-Stunden-Takt zwischen Halle und Halberstadt. Mit Abellio tritt ein neuer Anbieter im Netz Saale-Thüringen-Südharz auf den Plan.

Mit den neuen Vertragspartnern seien Verbesserungen im Angebot vereinbart worden, teilte Nasa mit. So würden Kundenbetreuer den Fahrscheinverkauf im Zug gewährleisten. Beim Harz-Elbe-Express werden neue Fahrzeuge eingesetzt. Mit dem alten Partner DB Regio arbeitet Nasa weiterhin im mitteldeutschen S-Bahn-Netz zusammen.

Kritik und Änderungswünsche am neuen Fahrplan können Fahrgäste ab 16. Februar auf www.starker-nahverkehr.de äußern.