Alle zwei Jahre wieder
Grippewellen sowie gemeldete Erkrankte in Sachsen-Anhalt:
2009: 6659
2010: 188
2011: 2913
2012: 848
2013: 6802
2014: 482

Krankheitsbild:
plötzlich aufkommende Schwäche, hohes Fieber (40°), Schüttelfrost, trockener Husten
Vorbeugung: Impfen, häufiger Händewaschen und Zimmer lüften (3 bis 4mal täglich für jeweils 10 Minuten)

Magdeburg l Der Landkreis Stendal meldete am Mittwoch 43 Patienten allein in den vergangenen vier Wochen - fast doppelt so viele wie in der gesamten letzten Grippesaison 2013/14. Im Harzkreis hat es seit Jahresbeginn 34 erwischt - 2014 wurde bis Anfang Februar niemand gemeldet. "Betroffen sind in diesem Jahr in erster Linie Kinder", sagt Stendals Kreis-Amstärztin Dr. Iris Schubert.

Auch bundesweit steigt die Kurve: von 500 Erkrankten Anfang Januar auf inzwischen fast 6000.

2009, 2011 und 2013 waren heftige Grippewellen übers Land gerollt. Dazwischen ging es glimpflich ab. Und 2015? Statistisch gesehen kommt es häufig vor, dass auf eine schwache Welle eine starke folgt, stellt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin fest. Erschwerend kommt dieses Jahr hinzu, dass selbst Geimpfte nicht perfekt geschützt sind. "Eine Komponente des Impfstoffs passt dieses Jahr nicht so gut - das ist leider gelegentlich so", sagt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Denn bereits im Februar eines jeden Jahres müssen sich die Experten für einen Impfstoff der darauffolgenden Saison entscheiden.

Dennoch raten Ärzte zur Spritze. Eine schwächere Wirkung sei besser als keine. Vor allem Ältere und Schwangere gehören zu den Risikogruppen. Erst knapp 30 Prozent der Deutschen sagt Ja zum Pieks. "Damit sind wir nicht zufrieden", sagt Glasmacher. Auch jetzt im Februar könne man sich noch impfen lassen. Allerdings dauert es zwei Wochen, bis der Impfstoff richtig wirkt.

Ärzte raten, sich jetzt öfter die Hände zu waschen. Ein simpler, aber wirkungsvoller Schutz. "Mehrmals täglich, 20 bis 30 Sekunden mit Seife - und auch zwischen den Fingern", sagt Amtsärztin Schubert.

Wen es dennoch erwischt hat, der sollte eine Grippe nicht auf die leichte Schulter nehmen. Magdeburgs Amtsarzt Dr. Eike Henning: "Leute, die erkrankt sind, sollten bitte zu Hause bleiben und sich nicht zur Arbeit schleppen." So stecken sie Kollegen nicht an - und sie schützen sich selbst. Denn eine nicht auskurierte Influenza birgt ein höheres Risiko von Folgekrankheiten, wie Hirn- oder Herzmuskelentzündungen. "Eine Grippe ist eben kein leichter Schnupfen."