Halle (dpa) l Das Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt berichtete von einer Erschütterung der Stärke 3,6 um 8.38 Uhr. Es sei eines der stärksten Beben der vergangenen Jahrzehnte im Osten Deutschlands gewesen. Das Epizentrum habe rund 15 Kilometer südöstlich von Halle gelegen, das Bebenzentrum in etwa 22 Kilometern Tiefe. Die Region liege an der tektonischen Störungszone Leipzig-Regensburg.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover sprach von einer Stärke 3,3. Das Epizentrum habe sich nahe der Ortschaft Gröbers in der Gemeinde Kabelsketal (Saalekreis) befunden. Es habe sich um das stärkste seismische Ereignis in der Region Halle/Leipzig seit Beginn der instrumentellen Aufzeichnungen vor 100 Jahren gehandelt. Bereits am 10. Februar habe sich etwa 10 Kilometer östlich des Epizentrums ein kleines Erdbeben der Magnitude 1,6 ereignet. Das Geoforschungszentrum Potsdam stufte das Erdbeben mit 3,4 ein. Bei relativ leichten Erdbeben können die Messungen besonders stark voneinander abweichen.

Beben im Umkreis von 60 Kilometern zu spüren

Die Erdbebenstation Moxa in Ostthüringen registrierte eine Erschütterung der Stärke 3,5, wie Stationstechniker Matthias Meininger sagte. "Da die Station auf einem Felsen steht, haben wir das Beben sogar gehört." Es habe sich angehört, als ob ein Lastwagen vorbeirauscht. "Es war ein intensiver und ungewöhnlich großer Ausschlag für diese Region."

In Sachsen meldeten sich mehrere Bürger beim Geophysikalischen Observatorium Collm, wie das dortige Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mitteilte. Das Epizentrum habe sich unweit von Schkeuditz befunden. Im Umkreis von 60 Kilometern sei es zu spüren gewesen. Gegen 9.35 Uhr habe es zudem ein kleines Nachbeben gegeben.

Der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd in Halle lagen zunächst keine Angaben über Schäden vor. Im Saalekreis hätten sich keine besorgten Bürger gemeldet, sagte Kreissprecherin Kerstin Küpperbusch. Im Schloss Merseburg sei das Beben aber auch zu spüren gewesen.