Brandenburg/Havelberg l Weiß-blauer Himmel und viel Sonne lieferten am Wochenende den perfekten Wetterrahmen für den Start in die 177 Tage der Bundesgartenschau. Zur Eröffnungszeremonie waren am Sonnabend etwa 500 Gäste nach Brandenburg gekommen.

Bundespräsident Joachim Gauck, Schirmherr der Buga, scherzte gut gelaunt zu Beginn seiner Ansprache, dass der ebenfalls anwesende Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nicht sein Double geschickt habe, sondern zwischen Syrien und Estland "in echt" nach Brandenburg gekommen sei. Der Grund: "Das ist hier nämlich sein Wahlkreis."

Gauck lobte die Risikobereitschaft der kommunalen Politiker, über Ländergrenzen hinweg das bislang beispiellose Projekt gemeinsam angegangen zu sein. "Im Herbst werden die Buga-Schilder abgebaut. Aber alles andere bleibt. Wir eröffnen nicht nur ein Großprojekt. Wir eröffnen ein Stück Zukunft", so der Bundespräsident.

Eine Million Blumenzwiebeln, 15000 Rosenstöcke in 150 Sorten. Wie immer ist die Buga ein Gartenfest. Was sie von ihren Vorgängern unterscheidet, ist die räumliche Ausdehnung. Die Buga wird sich über 80 Kilometer an der Havel entlang in fünf Städten präsentieren. So wird nicht ein städtischer Ballungsraum wie bislang zur Bundesgartenschau, sondern eine ganze ländliche touristische Region. Und die ist längt keine Unbekannte mehr. Entlang der Städte Brandenburg, Premnitz, Rathenow, Amt Rhinow/Stölln und Havelberg entdecken die Touristen zunehmend die Schönheiten der heimischen Flussauenlandschaft. Mit über 20 Millionen Übernachtungen 2014 in der Havelregion von Brandenburg und Sachsen-Anhalt zeigt sich, dass der sanfte Naturtourismus im Trend ist. Zur Buga erwarten die Organisatoren 1,5 Millionen Besucher.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach beim Festakt von einer Region, die in der Geschichte von der Wahrnehmung her etwas an die Peripherie gerutscht sei. "Es kommt nun darauf an, diese Perlenkette über Ländergrenzen hinweg gemeinsam noch besser zu erschließen."

Haseloff war zwei Tage zuvor von Papst Franziskus im Vatikan zu einer Audienz empfangen worden. Dabei ging es nicht nur um das Reformationsjubiläum 2017, sondern auch um die Gartenschau. "Der Papst und ich haben die gleiche Lieblingsblume - die weiße Rose", erzählte Haseloff zur Freude der Festgäste.

Der Eröffnungsmarathon in den vier anderen Standorten begann am Sonntag in Havelberg. 600 geladene und viele weitere Besucher erlebten neben den Rednern auf und vor der Bühne ein erfrischendes Programm, zu dem unter anderem das Sax´n Anhalt Orchester beitrug.

In Dombezirk und Stadtkirche nahmen die Besucher die Blütenpracht auf. Für große Bewunderung bei Jung und Alt sorgt die Ausstellung der Friedhofsgärtner und Steinmetze auf dem alten Domfriedhof. Kinder nahmen die neuen Spiellandschaften in Beschlag. Die Freude ist groß auf weitere 175 Tage Buga.

   

Bilder