Wernigerode (dl/ru) l In der Briefaffäre um Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) gibt es ein erstes Schuldeingeständnis. Der ins Visier geratene Hauptamtsleiter hat sich nach Rückkehr aus seinem Urlaub am Mittwoch zu Wort gemeldet und den Vorfall in einem anderen Licht erscheinen lassen. Demnach sei es keineswegs üblich, wie von Verwaltungsmitarbeitern behauptet, Briefe an Stadträte und Fraktionen im Ratsbüro zu öffnen. Beim Öffnen eines Briefes an die bündnisgrüne Stadträtin Sabine Wetzel habe es sich um ein "bedauerliches Versehen" gehandelt, so der Hauptamtsleiter, der sich dafür bei ihr entschuldigte.

In dem von Unbekannten unter falschem Absender fingierten Schreiben wird Gafferts Vergangenheit beim Stasi-Wachregiment thematisiert. Dazu wie auch zu Konsequenzen aus der Briefaffäre gab es am Mittwochabend ein kurzfristig anberaumtes Treffen mit den Fraktionschefs. Übereinstimmend erwarten diese von Gaffert eine öffentliche Erklärung im Stadtrat.