Magdeburg (wb). Aus heiterem Himmel kam das Hordorfer Unglück nicht. Seit 2006 gab es zwei Beinahe-Unfälle.

Am 28. Februar 2008 waren Reisende bei Hordorf nur knapp einer Katastrophe entgangen. Die Situation damals war ähnlich wie in der Unglücksnacht am 29. Januar 2011, bestätigte gestern Moritz Huckebrink vom Eisenbahnbundesamt. Ein in Richtung Magdeburg fahrender Güterzug hatte zwei Halte-Signale ignoniert und war von der zweigleisigen Strecke in den eingleisigen Bereich eingefahren, wo ihm ein Personenzug entgegenraste. Geistesgegenwärtig forderte der Fahrdienstleiter in Hordorf per Funk beide Lokführer zum Nothalt auf. Als die Züge zum Stehen kamen, trennten sie nach Augenzeugenberichten nur wenige Meter voneinander. Die Reisenden im Personenzug kamen mit dem Schrecken davon. Im Unterschied zur Unglücksnacht herrschte damals kein Nebel.

Bereits am 6. November 2006 waren in Blumenberg zwei HEX-Züge mit insgesamt 130 Reisenden an Bord beinahe zusammengestoßen. Ursache laut Eisenbahnbundesamt: ein schadhaftes Vorsignal.