Die Zukunft des Sanitätsregiments 32 in Weißenfels (Burgenlandkreis) ist ungewiss. Das wurde gestern Abend am Rande einer Veranstaltung der Deutschen Atlantischen Gesellschaft in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts in Berlin bekannt.

Weißenfels/Berlin. Nach Volksstimme-Informationen gibt es im Zuge der Bundeswehrreform Überlegungen, den größten Sanitätsstandort der Bundeswehr aufzulösen. Die Sanitätseinheit würde dann dem Lazarettregiment 31 in Berlin-Kladow zugeschlagen werden. Nach vorsichtigen Schätzungen würden in diesem Fall noch rund 250 von jetzt etwa 1300 Bundeswehrangehörigen in Weißenfels verbleiben – zum großen Teil lediglich Stab und Stabsquartier des übergeordneten Sanitätskommandos III. Zu diesem gehören das Bundeswehrkrankenhaus in Berlin, die Fachsanitätszentren in Erfurt und Leipzig, die Sanitätszentren in Bad Frankenhausen, Bad Salzungen, Berlin, Burg, Dresden, Frankenberg, Havelberg, Strausberg, Schönewalde, Schwielowsee und Weißenfels, das Lazarettregiment 31 in Berlin, das Sanitätsregiment 32 in Weißenfels, das Versorgungs- und Instandsetzungszentrum Sanitätsmaterial Blankenburg.

Nach Meinung von Innenstaatssekretär Rüdiger Erben (SPD), der in der Landesregierung Sachsen-Anhalts für die Bundeswehr zuständig ist, sei eine Schließung schon deshalb eine schlechte Idee, weil die Weißenfelser Kaserne ein neues, allen Anforderungen entsprechendes Objekt sei und Berlin-Kladow mit der Sachsen-Anhalt-Kaserne nicht mithalten könne.

Oberst Claus Körbi, Chef des Landeskommandos, will den Ball flach halten. Er beruft sich auf ein Gespräch mit dem Inspekteur Streitkräftebasis, Vizeadmiral Wolfram Kühn. Danach seien bezüglich Standortschließungen noch keine Pflöcke eingeschlagen worden. "Vor dem 28. Juni, so wurde mir noch einmal versichert, gibt es keinerlei konkrete Festlegungen über Standortschließungen." Alles andere seien Gerüchte.

In Sachsen-Anhalt befinden sich vier Kasernenstandorte: Burg (Logistiker), Havelberg (Pioniere), Weißenfels (Sanitäter) und Blankenburg (Versorgungs- und Instandsetzungszentrum Sanitätsmaterial) sowie vier Truppenübungsplätze: Altengrabow (Jerichower Land), Altmark, Klietz (Landkreis Stendal) und Holzdorf (Landkreis Wittenberg).