Magdeburg/Halle (dpa). Mit dem ersten Warnstreik im Bahn-Tarifkonflikt hat die Lokführergewerkschaft GDL den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands behindert – auch in Sachsen-Anhalt. Gestern waren den ganzen Tag über die Auswirkungen der zweistündigen Protestaktion spürbar, der Zugverkehr lief erst langsam wieder an.

Die GDL zeigte sich mit der Protestaktion zufrieden. "95 Prozent der in unserem Verantwortungsbereich liegenden Züge haben ihren Anfangs- oder End- bahnhof nicht verlassen", sagte der GDL-Vorstand für Mitteldeutschland, Hartmut Schaefer, dem Radiosender MDR Info. "Im Bereich Wittenberg, Sangerhausen, Halle und Naumburg haben sich alle Lokführer beteiligt", sagte GDL-Sprecher Manfred Ohme. Insgesamt hätten 36 Züge, darunter vor allem Regionalzüge, stillgestanden.

Von den Bahnhöfen in Magdeburg, Stendal, Dessau und Aschersleben fuhren statt Zügen Busse in alle Richtungen.

Auch bei privaten Bahnunternehmen wie der Harzer Schmalspurbahn und der Veolia verur-sachte der Warnstreik Behinde- rungen. Auf den drei Strecken des Harz-Elbe-Expresses kam es zu Verspätungen und einzelnen Zugausfällen, sagte Veolia-Sprecherin Cathrin Göthe.

GDL-Chef Claus Weselsky sagte, dass seine Gewerkschaft nun auf verbesserte Angebote der Bahn warte. Mit neuen Arbeitsniederlegungen bereits am Mittwoch ist nach seinen Worten wohl nicht zu rechnen. GDL-Sprecher Ohme sagte, er gehe davon aus, dass in den kommenden Wochen weitere Warnstreiks nötig seien.