Gute Nachricht für den Landessportbund (LSB): Das Landgericht Halle hat in erster Instanz eine Millionen-Klage der Harzsparkasse abgewiesen. In der Sache war es um Forderungen aus einer sogenannten harten Patronatserklärung für die Finanzierung des einst vom LSB errichteten Sporthotels "Schanzenhaus" in Wernigerode gegangen.

Halle. Laut LSB war das Urteil bereits am 8. Februar gefällt worden. Das Landgericht Halle begründete den Angaben zufolge seine Entscheidung mit der fehlenden Befugnis des damaligen LSB-Präsidenten Heinz Marciniak, allein eine solche Patronatserklärung abgeben zu können. Laut Satzung wären dazu zwei Präsidiumsmitglieder nötig gewesen. Die fehlende Vertretungsmacht sei nach Auffassung des Gerichts zudem für die Gegenseite offenkundig gewesen. "Da der LSB quasi überhaupt nicht in die Darlehensverhandlungen eingebunden war, ist ihm auch kein zum Schadenersatz verpflichtendes Handeln vorzuwerfen", hieß es in der gestrigen Erklärung des Sportbundes.

LSB-Präsident Andreas Silbersack hatte den Streitwert zuletzt auf 1,3 Millionen Euro beziffert. Bereits im vorigen März hatte er gesagt, die Sparkasse habe "keinen rechtlichen Anspruch" auf das Geld. Dem Kreditinstitut steht die Möglichkeit der Berufung gegen das Urteil offen.

Das Sporthotel war von der Schanzenhaus GmbH gebaut und betrieben worden. Die einstige Tochtergesellschaft des LSB ist inzwischen liquidiert worden. Für den Fall der Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft hatte Marciniak mit der Patronatserklärung, einer Art Bürgschaft, vertraglich zugesichert, dass der LSB für die Verbindlichkeiten aufkommen würde.

Das Sporthotel ist inzwischen für 630 000 Euro verkauft worden.

LSB-Präsident Andreas Silbersack reagierte erleichtert auf das Urteil. "Wir müssen jetzt abwarten, ob die Harzsparkasse in Berufung geht", sagte er. Und: "Dennoch fällt mir mit dem Urteil des Landgerichts im Rücken ein großer Stein vom Herzen. Schließlich würde uns mit dem Wegfall der Forderungen der Harzsparkasse aus der Patronatserklärung ein ganz erheblicher Teil der finanziellen Altlasten aus dem Weg geräumt werden."

Silbersack wird am Freitag bei einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der politischen Parteien (17 bis 19 Uhr, Mensa des Sportgymnasiums Magdeburg) über ein Strategiepapier des LSB und des Olympiastützpunktes (OSP) Sachsen-Anhalt diskutieren. Darin wird etwa gefordert: "Die Entscheidungsgewalt über die Sportförderung gehört wieder in die Hände des LSB. Dabei müssen volle Transparenz und Kontrolle durch die Fördermittelgeber garantiert werden."

LSB und OSP plädieren zudem dafür, statt unterschiedlicher Ansprechpartner auf landespolitischer Ebene eine einzige "Stabsstelle Sport" beispielsweise beim Sport-Staatssekretär einzurichten. Der LSB verlangt auch den Erhalt der hoch defizitären Landessportschule Osterburg (Kreis Stendal). Meinung