Naumburg. In den vier staatsanwaltlichen Bereichen Sachsen-Anhalts – Magdeburg, Halle, Stendal, Dessau-Roßlau – gab es im vergangenen Jahr erneut weniger Ermittlungsverfahren. Das teilte Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad (Foto) gestern mit. "Besonders die Verfahren gegen unbekannte Täter waren davon betroffen. Waren es 2009 noch 108342 Ermittlungsverfahren, sank die Zahl 2010 um knapp neun Prozent auf 98804."

Konrad lobte die "kurze Dauer, in der die Ermittlungsverfahren von den Staatsanwaltschaften abgeschlossen wurden". Rund sechs von zehn seien innerhalb eines Monats erledigt worden. Nach einem halben Jahr seien nur noch 5 von 100 Verfahren offen gewesen.

Besonders schnell seien die Staatsanwälte in der Außenstelle Naumburg der halleschen Behörde gewesen. "Dort betrug die durchschnittliche Erledigungsdauer nur 14 Monate."

Im Jahr 2010 seien in den Staatsanwaltschaften 18 Korruptionsverfahren mit zum Teil umfangreichen Sachverhalten eingegangen. Darunter auch das Bestechlichkeits-/Bestechungsverfahren gegen den Landrat des Jerichower Landes, Lothar Finzelberg (parteilos). 2009 waren es 24 Verfahren.

138 Tatverdächtige, denen vorgeworfen wurde, etwas mit Organisierter Kriminalität (OK) zu tun zu haben, saßen im vergangenen Jahr vor Staatsanwälten. Konrad sagte: "Der Schwerpunkt lag bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität (8), hier besonders der Kokainhandel durch schwarzafrikanische Täter und der Cannabis-Anbau auf sogenannten Indoorplantagen.

Weitaus größer war die Zahl der Beschuldigten bei Drogen-delikten ohne OK-Hintergrund. Sie lag bei 4790. Die Zahl der Straftaten sei zwar rückläufig (-205), aber ihre Schwere habe zugenommen.