Zeitz (dpa). In der Moritzburg in Zeitz laufen die Vorbereitungen für eine Ausstellung zur Geschichte des Naumburger Bistums. Die Schau vom 6. Juli bis 2. November steht nach Angaben der Organisatoren unter dem Motto "Die alte Domkirche und das neue Kollegiatstift. Die Zeitzer Residenz der Naumburger Bischöfe". Auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern werden mehr als 70 Exponate gezeigt, teilte ein Sprecher mit. Dazu gehören jahrhundertealte Dokumente, ein Faksimile eines Briefes des Reformators Martin Luther (1483-1546) aus Zeitz, ein Thesendruck von 1517, Requilare, Handschriften und Drucke.

Mit Hilfe der Leihgaben aus verschiedenen deutschen Archiven, Bibliotheken, Kunstsammlungen und Museen aus dem 10. bis 16. Jahrhundert soll der Bogen gespannt werden von den Zeitzer Anfängen des Naumburger Bistums bis zur Reformation. Diese begann damit, dass der Überlieferung nach der Theologe Luther am 31. Oktober 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche – sich von Sünden freikaufen zu können – geschlagen haben soll.

Ausgangspunkt der Zeitzer Ausstellung sei aber die lange Auseinandersetzung zwischen den beiden Domkirchen in Naumburg und Zeitz (Burgenlandkreis) um die Vormachtstellung im Bistum im Mittelalter. Seit der Verlegung des Bistumssitzes um 1030 von Zeitz nach Naumburg stritten die Kirchen in beiden Städten um den Rang der Domkirche. Endgültig beigelegt worden sei der Konflikt erst in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Fortan war die Naumburger Domkirche das geistige Zentrum des Bistums und Sitz des Domkapitels.

Das Werk und die internationale Ausstrahlung des bis heute unbekannten Naumburger Meisters, der einen Teil des Domes mit den berühmten Stifterfiguren wie Uta und Ekkehard schuf, stehen im Mittelpunkt der Landesausstellung von Sachsen-Anhalt. Die Schirmherrschaft für diese Schau vom 29. Juni bis 2. November haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy übernommen, wie die Organisatoren mitteilten. Die Landesschau mit rund 350 Exponaten an verschiedenen Orten trägt den Titel "Der Naumburger Meister – Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen". Der Dom St. Peter und St. Paul zählt zu den bedeutendsten sakralen Kulturdenkmälern Europas.

Zur Landesschau gibt es Korrespondenzstandorte, einer davon ist Zeitz. Veranstalter der Korrespondenzschau ist den Angaben zufolge der Verein "Auf Messers Schneide – Zeitz 2014 e.", der sich mit der Reformationsgeschichte beschäftigt, und das Museum Schloss Moritzburg.

www.naumburgermeister.de

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